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Nur Gott sprach FinnischVon Vaínö LinnaDer Finné, so heifit es, sei schwerfállig, zurückhaltend, wortkarg, verschlossen, tatkráftig, tapfer. Aus nationaler Tradition erwudisen Idealvorstellungen von Charaktereigenschaften wie FleiS, Demut, Gottes-íurcht und Vaterlandsliebe.Wer aus dem einen oder anderen Grund scheeláugig auf die Finnen und ihre Eigenart blickt, wird behaupten, dafi fiir einen derartigen Volkscharakter heimlicher Groll, Mifigunst, Eigensinn, Einfaltigkeit, Trunksucht und als Folgeerscheinung primitive Aggressivitát be-zeichnend seien.Jeder der drei Standpunkte hat seine Berechtigung. Der finnische Mensch ist alles das und darum in be-tráchtlichem Mafie vielschichtig. Seine Schweigsamkeit und seine Wortkargheit sind ebensooft ein Zeichen von innerem Gehemmtsein wie von innerer Ruhe. Seine Tatkraft erwáchst meist aus einer durch die Hárte des Lebens und soziale Demütigungen bedingten Leidens-fáhigkeit und dementsprediend seltener aus wirklichem Betátigungsdrang. Sein Eigensinn erklárt sich aus einem komplexbeladenen, falschverstandenen Selbst-bewufitsein, das sich über ein vöm Fusel getrübtes Hirn oft in den aggressiven Reaktionen des unter-drückten Ich entládt.Der Finné láüt sich alsó nicht auf das Schema eines klar durchschaubaren Typs festlegen. Um einen Zugang zu seiner Eigenart zu gewinnen, bedarf es eines Einblicks in sein Milieu und seine Geschichte. Er gehört einem kleinen, am Rande der europáischen Kultur lebenden Volk an, das erst vor einem halben Jahrhundert seine Unabhangigkeit erlangt hat. Sechshundert Jahre langEinsamer Hof auf einer Liditung am Wasser auch das moderne Suomi ist nodi weithin ein Bauernland