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PÉTER KORNISS BALATON Dic Landschaft >ie Vergangenheit Der See
Die Umgebung Der Sommer Der Wein
Der Winter sr-v ¦rr rsssa gg Das Wasser wird umsáumt von milden Hiigeln, launenhaftem Schilf und ausgetrockneten Bachbetten. Dic Anwescnheil von verslecklen Dörfern wird zuweilcn nur durch den aufragenden Kirchturm verraten. Hinter dem Dickicht von Brennessel und Goldrute verbergen sich Dorffriedhöfe und mehrere hundert Jahre altc Ruinen. Wo immer der Spalen in der Umgebung des Sees in die F.rdc geschlagen wird, bringt er mit der Scholle auch Zeugen aller Zeiten ans Tageslicht. Tonscherben und Bruchstücke römischer Sarkophage. Münzen mit dem Bild römischer Kaiser von getrübtem Blick, Quadersteine mittelalterlicher Kirchen und grüne figürliche Ofenkacheln aus Schlössern. Der Balaton ist űbcrwáltigend und zuweilen auch launenhaft. Der Wasserspiegel ándert sich nicht nur von Jahreszeit zu Jahreszeit, sondern auch von einer Stunde zur anderen. Mai zittert ein opalener Dunstschleier über dem Wasser, der dic Kontúrén verwischt, mai werden die Kontúrén wieder liart, und der plötzliche Wind peitscht Wellenkámme hoch. Das Balatonufer und die weitere Umgebung sind nicht wildromantisch, eher einladend vertraut. Sollte hier der Wanderer vom Weg abgekommen sein, erreicht er bald einen Weinberg, wo ihm eine Vogelscheuche zuwinkt, oder cr íindet sich plótzlich an cinem Dorfrand, und schon tut sich ihm der Blick des blauen Wasserspiegels auf. Die sonnige Jahreszeit gehört den Gástcn des Sees. Die Mcnschcn, die das ganze Jahr hindurch hier leben, scheinen im Getümmel zu verschwinden. Am Ufer entstehen minutenschncll Zeltlager, die Molen und Stege werden von Anglcrn bevölkert. Das bewegte Leben der Strandbáder bcschwört die Stimmung lángst vergangener Faschinge herauf. Sobald der Seplcmber cintrilft, ándert sich die Stimmung des Balaton. Dic Luft vibriert nicht mehr mit dem früheren mediterránén Fcucr. Die zuvor golden funkelnden Höhen nchmen einen blauen Ton an. Das sclbstvergesscne Lodern mildert sich zu sanfter Nachdenklichkeit. Das ist die Zeit des Weins und des Vogelzuges. In der kalten Jahreszeit weitet sich der Raum aus, und das Leben zicht sich zurück. Von der Orcheslermusik lebhafterer Jahreszeiten ist nur das monotone Sausen des Windes geblieben. An dic Stcllc der mehrsiimmigcn Zeit ist die cinzige, zeitlose, unbcwegliche Zeit gelreten, an die Stcllc des Farbzusammenklangs die unendliche weiSe Rulie.