Bővebb ismertető
D.
_ -le Römer nannten ihn Lacus Pelso. Sie errichteten am Ufer Villen und Gehöfte, bauten
Wein an, hauptsächlich an den sonnigen Hängen des Nordufers. Die Slawen, die ihr Fürst Pribina hier zu einem Reich vereinigen wollte, nannten den See Balaton - Sumpfland -, offensichtlich weil er von Sümpfen umgeben war. Die Ungarn eroberten auch diese Gegend, ließen sich nieder, besiedelten die schon bestehenden Dörfer, gründeten neue, bauten Kirchen und Klöster. Die ältesten zusammenhängenden Texte der uiigarischen Sprache sind in der Gründungsurkunde von König Andreas I. aus dem Haus der Árpádén überliefert, mit der er 1055 die Abtei von Tihany errichtete. Danach war der See jahrhundertelang nichts weiter als ein Teil einer größeren ungarischen Landschaft, berühmt höchstens durch seinen Fischreichtum und durch die feurigen Weine, deren Reben in den Weingärten an seinen Ufern reiften. Nach dem Einfall der Mongolen ließ König Béla IV im 13. Jahrhundert an geeigneten Stellen Burgen errichten; später war der See lange Zeit ein Stützpunkt im System der Grenzburgen gegen die Angriffe der Türken. Im 18. Jahrhundert, nach der Vertreibung der Türken, wurden die zerstörten Dörfer, Weinkeller, Herrenhäuser und Kirchen wiederaufgebaut. Aus Patriotismus gaben die Ungarn - in Ermangelung eines wirklichen Meeres - ihrem See den Namen „Ungarisches Meer". Im vergangenen Jahrhundert wurden Badeorte geplant und gebaut, anfangs nur in der Nähe der Heilquellen. Aus den steinigen oder sandigen, schilfbewachsenen oder kahlen Ufern entwickelte der Fremdenverkehr luftige, sonnige Strände mit Sommerhäusern, Erholungsheimen und Hotels; Schiffe und Autofähren verkehren zwischen den flachen und steilen Ufern. Der Balaton erwachte endgültig zur eigenständigen Landschaft. Badekultur, Segelsport, Eissegeln, Eisschlittenfahren und Schlittschuhlaufen ließen den See bald zu einem beliebten Anziehungspunkt für das ganze Land, sogar für das Ausland werden.
Diese Wandlung veränderte natürlich auch die organischen Formen des Gebiets. Über lange Jahrhunderte hatte der Balaton Anteil an sich weit erstreckenden Gebieten: Vier Komitate besaßen und verwalteten seine Ufer. Die beiden wichtigsten - Zaia und Somogy - beherrschten die nördlichen und südlichen Gebiete, Veszprém und Fejér den nordwestlichen Teil des Balatonoberlandes und einen kleinen Abschnitt des vernachlässigten östlichen Ufers. Zala grenzte an Veszprém von Balatonfüred aus in nordwestlicher Richtung. Nach der Legende stand ein Wirtshaus an der Grenze zwischen beiden Komitaten, was die Räuber derart ausnutzten, daß sie sich auf das Gebiet des anderen Komitats setzten, wenn die Häscher des einen Komitats hinter ihnen her waren.
Das Nordufer war über Jahrhunderte wegen seiner Weine und Fischer berühmt, das Südufer durch sein Getreide und seine Gestüte. Deshalb wuchs der Tauschhandel zwischen den beiden Komitaten und es wurden Fähren zwischen Tihany und Szántód sowie Fonyód und Révfülöp eingerichtet. Lange Zeit nutzten jedoch den Balaton hauptsächlich die Salzschiffe der gräflichen Familie Festetics, weil der Salzhandel in dieser Gegend Monopol der Aristokraten gewesen ist. Das Antlitz der Landschaft entwickelte sich dementsprechend auch in zwei Richtungen: im Norden kleine Weinberge und Abhänge mit verstreuten Kellern und Kelterhäusern, im Süden sandige, buschige, morastige, einförmige Ufer, wo Rinder- und Pferdeherden in das seichte Wasser wateten. „Was ist an Somogy schön?", pflegte man zu fragen und erhielt als witzige Antwort: „Die Aussicht nach Zala". Fast vor einem Jahrhundert wurde ein sogenannter Balaton-Ausschuß ins Leben gerufen und der Plan für ein Komitat Balaton ausgearbeitet. Nur wußte leider niemand, wo der Verwaltungssitz dieses Wasserkomitats eingerichtet werden sollte. Später wurden Fejér und Zala vom Balaton ausgeschlossen, Somogy und Veszprém teilten sich nun den südlichen bzw. nördlichen Teil. In dem Maß jedoch, wie die Wasserqualität verfiel, wurde auch deutUch, daß der Besitzer des Haupthahns nicht ungestraft aus der Reihe der Besitzer der Badewanne ausgeschlossen werden durfte. Denn hauptsächlich Zala versorgt den Balaton mit Wasser. Deshalb kehrte das südwestUche Gebiet mit Keszthely und Hévíz zu dem inzwischen stark industrialisierten Komitat Zala zurück.