Bővebb ismertető
Budapest kam 1873 aus der Vereinigung dreier Stadte, Pest, Buda und Óbuda, zustande. Zu diesem Zeitpunkt war Buda eine schláfrige Garnisons- und Beamtenstadt mit kaum einigen aufgestockten Háusern, höchstens auf dem Burghügel. Der verlassene, öde Königspalast giihnte vor Leere, königliche Gáste fanden sich in seinen Sálén selten ein. Pest war grölSer und verkehrsreicher, breitete sich aber - mit Ausnahme der Innenstadt - unregelmáig und dörflich über die Ebene am linken Ufer aus. Die engen, stickigen StralSen waren ungepflastert, das spátere Stadtwaldchen war noch ein Reich der Mükken. Óbuda war nichts anderes als ein gröSeres Dorf. Die Mehrzahl der Einwohner lebte von Ackerbau und Viehzucht, Obst-, S/ein- und Gemüseanbau, manche waren Fuhrleute oder Schankwirte. Die Muttersprache dieser Bauernbürger, die plötzlich "Bürger" der ungarischen Hauptstadt wurden, war deutsch, wie dies auch durch wohlklingende Strafiennahmen bezeugt wird: Drei-Herzen-Gasse, Eichkatzl-Gasse, Klein-Venedig-Gasse. Zur Sommerzeit rollten mit Gemüsekörben hochbeladene Planwagen durch die Gassen, machten sich noch bei Dunkelheit zu den Pester Márkte auf. Im Herbst waren aus den umliegenden Weingarten die Ratschen zu hören, bei Tagesanbruch sammelte der Kuhhirt der Gemeinde die Kühe am Floriani-Platz, um sie dann über die Horden-Gasse auf die Wiesen der nahen Hügel zu treiben, wo die Schwengel der Ziehbrunnen in den Himmel ragten. Die Ufer der Dreierstadt waren halSlich und stinkend: Die Abfalle wurden fuhrenweise an den unterspülten Ufern abgeladen. Die Bevölkerung trank ungefiltertes Donauwasser, es gab weder Wasserleitung noch Kanalisation. Nach einem Menschenalter, um die Jahrhundertwende, sollte hier schon das Leben einer modernen Millionenstadt pulsieren. Budapest ist der natürliche geographische Mittelpunkt des Karpatenbeckens, des Territoriums des einstigen Königreichs Ungarn. Die Donau teilt die Stadt in nord-südlicher Richtung in Buda und Pest. Zwei Stádte, zweierlei Ufer. Zwei unterschiedliche Landschaften: Bergland und Ebene. Die steilen Felsen des Gellértberges am rechten Ufer scheinen in die Donau zu stíirzen. Etwas weiter nördlich erhebt sich der Burghügel. Am gegenüberliegenden Ufer erstreckt sich der letzte Abschnitt der gewaltigen osteuropaischen Steppe, die GrofSe Ungarische Tiefebene. Das Háusermeer verliert sich heute in diesem unendlich weiten Raum. Die Donau spielte bei der Entstehung und Entwicklung dieser Stadt die Hauptrolle. Der grofSe Flufé diente wiederholt als Trennungslinie: Er war der Limes des römischen Reiches, die östlichen Grenzgebiete des Frankenreichs von Kari dem GrolSen erstreckten sich bis zu seinen Ufern, und er vermochte im 13. Jahrhundert den Mongolenhorden des Batu Khan Einhalt zu gebieten - zumindest bis die Eisdecke gefror. Dennoch funktionierte die Donau eher als Verbindungsglied denn als Trennlinie. Die gewaltige Wasserstrafée, die von den Voralpen bis zum Schwarzen Meer verlauft, brachte vom Westen und vom Süden unternehmungslustige Hándler verschiedener Zeiten und Kulturen sowie Siedler auf der Suche nach einer neuen Heimat. Unter der Erde der Hauptstadt findet sich die archaologische Hinterlassenschaft samtlicher Völker und Kulturen, die je im Karpatenbecken aufkreuzten. Im Gebiet des heutigen Budapest errichteten die keltischen Erawisker die erste Siedlung, die als stadtisch anzusehen ist. Um die Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. erblühte am Südhang des Gellértberges eine befestigte Stadt. Die Einwohner waren wendige Hándler und fáhige Handwerker. Wir kennen ihre Münzen, ihre ornamentierte, mit rőten Streifen bemalte Keramik. Die Blütezeit ihrer Siedlung sollte aber keinen lángén Bestand habén. In den ersten Jahrzehnten des ersten Jahrhunderts n. Chr. eroberte Rom im Sinne des Augusteischen Testaments das heutige Transdanubien und schob die Grenzen seines Reiches bis zur Donau vor. Pannonién heiKt Aquincum, Aquincum heiSt mediterraner Sonnenschein, lauwarme Lüfte, Pracht und Bequemlichkeit. WeifS glitzernde Hauserwánde, reichlich Weintrauben und blauer Himmel. Ich weiíí, es ist ein falsches Bild, trotzdem sehe ich es vor mir, sooft ich den Namen der Provinzhauptstadt von Pannónia inferior, des "kleinen Roms", ausspreche. Die Gegend des heutigen Óbuda ist gewig keine mediterrane Landschaft, dennoch kann ich mir das rote Ziegeldach des Mithras-Heiligtums nicht unter einer Schneekappe vorstellen. Als ware das Klima erst