Bővebb ismertető
EINFÜHRUNG Wilhelm Busch hat den Englánder mit dem Perspektiv" erfunden. Er geht über Wiesen und Wege und Brücken und sieht nichts von dem, was rings um ihn ist, denn wáhrend er geht, hált er sein Perspektiv, alsó ein Fernglas, vor seine Augen und blickt damit in die Ferne. Dazu sagt er: Schön ist es auch anderswo, / Und hier bin ich sowieso!" Wir Deutschen habén in den letzten Jahren keinen Blick für unsere Heimat gehabt. Wie der Englánder mit dem Perspektiv starrten wir verzückt in die Ferne. Wir reisten westwárts und südwárts, dahin, wo es die Sonne gibt. Deutschland lieBen wir auf sich beruhen, denn schön ist es auch anderswo", genau gesagt müBte es manchmal sogar heiBen: Schön ist es nur anderswo!" Das Wörtchen schön" hat dabei eine simple Bedeutung. Es bedeutet: schönes Wetter. Wenn wir reisen, wollen wir nicht nur schönes Wetter für den Augenblick habén. Wir wollen schönes Wetter auf Vorrat speichern. Urlaubswetter bedeutet für uns, daB von morgens bis abends die Sonne scheint. Es muB heiBer Sonnenschein sein, der die Haut schnell bráunt, ohne Blasen zu ziehen. Dieses schöne Wetter muB sich unverándert über vierzehn Tage oder drei Wochen hinziehen, genauso lange alsó, wie unsere Ferien dauern. Diese schlichte Einschátzung von dem, was schön ist, konnte nur in einem Lande entstehen, wo der Regen zum Begriff des Wetters gehört. Die deutschen Schulkinder lernen, daB sie in der gemáBigten Zone" leben. Das Wort hört sich allerdings wie Hohn an, wenn man bedenkt, wieviel Regen, Sturm, Kálte, Hagelschláge und Dunkelheit zu unserem Leben gehören. Immerhin trágt unser Land dafür den Preis der Schönheit. Das Grün unserer Wiesen, Báume und Hecken ist nicht zu übertreffen. Es gübt nicht vorzeitig, hat keine Flecken und keine rostigen Ránder, und es trocknet nicht aus. Vom lichten Ton der jungen Birke bis zur funkelnden Farbe des Smaragds reicht unser Grün. Doch wir sind abgestumpft dagegen. Wir sehen es nicht mehr. Wir müssen uns von Fremden sagen lassen, wie es bei uns aussieht.