Bővebb ismertető
Gletschertisch auf dem Mer de Glace, nach einer Zeichnung von James David Forbes, aus seinem Buch: "Travels through the Alps of Savoy", Edinburgh 1843. Dieses Werk ist das erste, das Darstellungen aus der Gletscherregion als wissenschaftliche Illustration enthält, und sein Verfasser gehörte zu den Wenigen, die sich bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit der Gletscherforschung streng wissenschaftlich befaßten. Forbes war ein ausgezeichneter Naturforscher und Alpinist
ZWISCHEN GENFERSEE VND NIZZA
Dem Klangbild einer symphonisdien Didbtung gleich kennt Frankreidbs Alpenwelt einzelne sehr ver» schiedenartige Akzente, die eich schließlich zur großen, abgerundeten Komposition vereinen. Es ist eine Symphonie, die mit einem Paukenschlag beginnt: dem Montblanc, und die mit einem sdiwebenden und ausschwingenden Adagio endet: dem Meer. Dazwischen liegen die Staccati der Aiguilles im Montblanc-Gebiet, die von einem vollen Tutti abgelöst werden, dem rausdbenden und starken Klang, der die Alpenkette gegen Süden bis zu ihren Ausläufern begleitet. Dazwisdien liegen ferner das Andante gracioso der Seen um Annecy und Aix-les-Bains, der Teil mit den Waldhörnern und Piccolo-Flöten im Gebiet des Vercors und Foret de Lente, der Trompetenstoß der Meije und die überleitenden Passagen, die von den hohen und steilen Pässen gebildet werden. Es ist eine Symphonie voller Abwechslungen, Überraschungen, und fortwährender Wechsel der Tempi, eine Symphonie der Kontraste und virtuos gesetzten Kontrapunkte, die sdiließlich das großartige Gefüge, das gesdilossene Bild der französischen Alpen ergeben. Ihr mächtiger Gebirgswall — eine natürlidie Scheidelinie zwischen Frankreidi und Italien — durdizieht Landschaften, deren wechselvolle Geschichte mit der des gesamten mitteleuropäischen Raums und seiner Kultur eng verknüpft ist: die alten französisdien Gouvernements Savoyen, Dauphiné und Provence. Von Völkersdiaften, die in diesen Landsdiaften lebten, arbeiteten und Kriege führten, berichtet sc^on Plinius; die Inschrift eines Monuments, welches das römische Volk dem Kaiser Augustus errichtete und das die widi-tigsten der besiegten Alpenstämme aufzählt, spricht von sieben gallischen Stämmen. 121 v. Chr. unterwarfen die Römer das von den keltisdien Allobrogern bewohnte Gebiet Savoyens und sdblugen es zur Provinz Gallia Cisalpina. Savoyen, das sich zwischen dem Genfersee, der Rhône und der Mont Cenis-Gruppe erstreckt und mit dem Montblanc das Zentrum der Alpen bildet, ist das Stammland des italienischen Königshauses und seit 1860 in die beiden Departements Savoie und Haute Savoie geteilt. Es gehört zum Königreidi Burgund und wurde 1032 mit dem deutschen Reich vereinigt. Als das Haus Savoyen 1860 auf sein Stammland verzichtete, fiel dieses endgültig an Frankreidi. Jean-Jacques Rousseau fand in seinen „Bekenntnissen" gute Worte für die Savoyarden. „Es ist schade", schreibt er, „daß die Einwohner von Savoyen nidit reich sind. Oder vielleicht wäre es schade, wenn sie es wären. Denn so, wie sie sind, ist es das geselligste und beste Volk, das ich kenne." Das an Savoyen anschließende Dauphiné umfaßt heute hauptsächlidi die Departements Isere und Hautes-Alpes und ist zur Zeit der römisdien Herrschaft von germanischen Stämmen besiedelt worden. Später kam es ebenfalls zu Burgund, damit an die Franken, und 1032 in den Besitz des deutschen Kaisers. Ihren Namen hat diese Provinz nach den Grafen von Vienne aus dem Haus der Wigonen, die den Namen Dauphin führten. Im 15. Jahrhundert jedodi ging der Zusammenhang des Dauphiné mit dem deutschen Reich verloren. Seit König Karl V. von Frankreidi blieb es jedoch die übliche Apanage für den französischen Thronerben: den Dauphin. Als lebhaft, eigensinnig und grüblerisch, wie er es in keinem anderen Land gefunden habe,