Bővebb ismertető
Das Geheimnis
Joan Bassegoda i Nonell
Viel wurde bereits über die einzigartige Architektur Gaudis geschrieben, und zwar unter historischen, kunstkritischen oder bautechnischen Gesichtspunkten. Man hat auch versucht seine Biographie basierend auf den wenigen verlässlichen Daten, die es über das Leben Gaudis gibt, zu schreiben. Man versuchte sogar, ein Mythos zu schaffen, indem man esoterische, mythenhafte oder erdichtete Interpretationen der Symbole veröffentlichte, die angeblich in den Werken des Meisters enthalten sind.
Gaudi ist der Architekt der Einfachheit, der Erschaffer von Werken, die sich nach einem fortgesetzten und logischen Sinn für Rationalität und Funktionalität richten. Allerdings ist es so, dass man unter architektonischen Gesichtspunkten das als einfach betrachtet, was mit einem Zirkel und einem Zeichendreieck basierend auf einer Euklidischen Geometrie entworfen wurde. Diese Geometrie bestimmt seit Jahrhunderten die architektonischen Formen, indem regelmäßige Vielflache, Kugeln und Ellipsoide geformt werden, die auf einer einfachen Zeichnung beruhen, aber weder rational noch funktionell sein müssen.
Die Geometrie der Architekten, angefangen bei den Pyramiden der Pharaonen bis hin zu der Glaspyramide im Innenhof des Louvre war immer die Gleiche, eine abstrakte Geometrie. Das ist gleichbedeutend mit einer Geometrie, die Formen benutzt, die nur selten in der Natur anzutreffen sind, die man aber mit einem Zirkel und einem Zeichendreieck einfach zeichnen kann.
Diese Geometrie ist die Konsequenz, die sich aus einem geistigen Prozess der Vereinfachung ergeben hat. Man dachte daran, den Entwurf zu vereinfachen, aber man dachte nicht an das Endziel der Architektur, nämlich an den Komfort für diejenigen, die sie benutzen.
Man erzählt, dass der Pater Enric d'Ossó, heute der Heilige Enric de Ossó, Gaudi im Jahr 1888 darum bat, ihm erklären, wie das Gebäude des Colegio Teresiano sein würde, das dieser damals erbaute. Die Antwort Gaudis war kurz und bündig: „In diesem Haus wird
man sich wohlfühlen". Dieser Satz umschließt das tiefste Wissen der Architektur. Die Häuser werden erbaut, damit man sich in ihnen wohl fühlt, und nicht, damit den Architekten internationale Preise verliehen werden oder damit das Gebäude als ein Denkmal oder ein historische Vermächtnis der Kunst eingestuft wird. Solche Ergänzungen sind für ein Gebäude möglich, in dem man sich wohl fühlt, sie sind aber weder notwendig noch ausreichend.
Gaudi, der in der hellen und freundhchen Region Camp de Tarragona das Licht der Welt erblickte und der eine ganz besondere Beobachtungsgabe und eine fast kindliche Naivität besaß, erkannte, dass die Natur dazu in der Lage ist. Formen von großer Schönheit und Nutzen entstehen zu lassen, Formen, die andauern, die sich wiederholen und die Menschen Generation um Generation erfreuen.
Formen und Strukturen, die vollkommen logisch und manchmal die einzig möglichen sind, die sich an jeden Fall und jeden Umstand anpassen, und immer angenehm und anziehend auf die Lebewesen der Erde wirken, egal ob es sich um Menschen oder Tiere handelt.
All diese natürlichen Strukturen entstehen fast nie durch die abstrakte Geometrie der Architekten, sondern durch eine andere, die sogenannte geordnete Geometrie mit gekrümmten Oberflächen, die aus geraden Linien bestehen. Viele der natürlichen Strukturen bestehen aus Fasern. Holz besteht aus Fasern, Knochen und Muskeln ebenfalls. Diese Fasern liegen nicht auf einer Ebene, sondern verteilen sich im Raum in den vier möglichen Formen der geordneten Geometrie.
Gaudi, der ein aufmerksamer Beobachter war, nahm dies wahr und seine gesamte Architektur beruht auf der Idee, die geordnete Geometrie auf die Architektur zu übertragen. Er war der erste, der Gewölbe in Form eines hyperbolischen Paraboloids errichtete, eine der geordneten Oberflächen in der Säulenhalle der Krypta der Colonia Güell in Santa Coloma de Cervello. Er war der erste Architekt, der dies tat, während die
Verzierung der Decke in La Pedrera