Bővebb ismertető
Keine Stadt wie jede andere Kohlé und Stahl. Schalke und Brieftauben - das fiel einem friiher zu Gelsenkirchen ein. Viele tausend Bergmannsfamilien lebten in über hundert Zechensiedlungen nahe am Pütt. Nachts leuchteten die Feuer der Hochöfen. Heute ist Gelsenkirchen keine Stadt der tausend Feuer" mehr... Auf nur einer Schachtanlage wird noch Kohlé gefördert, obwohl die Vorráte noch bis 2050 reichen. Noch immer wird hier Stahl zu Rohren gegossen. Doch der kommt per Bahn aus Duisburg. Weniger Brieftauben als früher fliegen um den Sieg, obwohl Nachbarn oder Baueinschránkungen die Haltung behindern. Nur Schalke 04 hat seine groBe Faszination behalten. Seine Fans kommen Hunderte von Kilometern zu den Spielen und begleiten zu Tausenden ihre Elf'. Ist das alsó Gelsenkirchen - weniger Kohlé, Stahl und Brieftauben als vor Jahren, aber weiter vor allém Schalke 04 ? Eines ist die Stadt vor allém geblieben: eine Arbeiterstadt. In diesem Schmelztiegel des Reviers wird weiter hart gearbeitet. Hier leben aufgeschlossene, kontaktfreudige Menschen, die sich den notwendigen Veranderungen stellen. Sie schlieBen schnell Freundschaft und helfen spontán, wie enge Partnerschaften mit Newcastle-upon-Tyne, Zenica und Schachty und zahlreiche Hilfsaktionen beweisen. Sie habén auch die rund 40 000 Auslánder, davon über 30 000 Türkén, ohne groBe Widerstánde in ihre Gemeinschaft aufgenommen. Die Umstrukturierung ist lange noch nicht abgeschlossen, die Arbeitslosenquote hoch. Noch immer überwiegt körperliche Arbeit gegenüber den neuen Techniken, ist der Anteil des Dienstleistungsbereichs nicht so groB wie in Essen oder Bochum. Abgesehen von VEBA OEL und VEBA-Kraftwerke Ruhr bestimmen vor allém Unternehmen mittlerer GröBenordnung das Wirtschaftsgeschehen. Von Gelsenkirchen gehen inzwischen ganz neue Akzente aus: das Wissenschaftszentrum Rheinelbe mit seiner spektakuláren Glasfassade beherbergt und erwartet Forschungsinstitute. Die Internationale Bauausstellung Emscherpark (IBA), Motor bei der Veránderung der Emscherzone, hat ebenso im Süden ihren Sitz. Die neue Fachhochschule Gelsenkirchens wirkt über die Stadt hinaus in die Region. Die SchlieBung von Zechen und Stahlwerken veránderte das Stadtbild. Gelsenkirchen ist eine grüne" Stadt, mit vielen Parks in fast allén Stadtteilen und reichem StraBenbegleitgrün. Der Stadt als dreifacher SchloBbesitzer gehören SchloB Berge, SchloB Horst im Süden und Haus Lüttinghof im Norden. Trotz groBer Finanznöte werden die Freizeitanlagen, an der Spitze das Sportparadies, der Ruhr-Zoo im idyllischen Bismarckhain und der Revierpark Nienhausen, weiter erhalten. Die Kultureinrichtungen wie das Musiktheater im Revier und das Philharmonische Orchester sollen durch Kooperationen bestehen bleiben. Gelegentliche Ansatze, daran zu sparen, lösten spontáné Gegenaktionen der Bevölkerung aus - jedesmal mit Erfolg. Ich meine, das spricht für Gelsenkirchen und seine Einwohner. Sie lieben ihre Stadt, möchten sich in ihr wohlfühlen und mit Stolz von ihr sprechen können. Dieser Bildband soll ihnen die schönen, liebenswerten Seiten ihrer Heimatstadt nahebringen und ihren Gásten zeigen, daB und was es hier Schönes zu sehen und Interessantes zu erieben gibt. Streifzug durch die Stadtgeschichte Die Stadt Gelsenkirchen gibt es im heutigen Umfang erst seit 1928. Damals wurden bei der Kommunalreform im Ruhrgebiet die GroBstádte Gelsenkirchen und Buer sowie das Amt Horst zur GroBstadt Gelsenkirchen- Buer" mit 340 077 Einwohnern zusammengelegt. Das industriell durch Kohlé und Stahl geprágte Gelsenkirchen platzte aus den Nahten. Über 200 000 Bewohner drángten sich auf gut 30 Quadratkilometer Fláche südlich der Emscher zusammen. Dazu kamen finanzielle Gründe: Gelsenkirchen stand wesentlich besser da als Buer, das sich mit seinem GroBstadtstreben übernommen hatte. Das kleine Amt Horst war völlig pleite und wollte sich schon 1926 an Buer anschlieBen. Dazu kam es nicht mehr: Beide Gemeinwesen gingen am 1. April 1928 in Gelsenkirchen-Buer auf. 1930 ftelen der Bindestrich und der Zusatz Buer" fort. Ein Streifzug durch die Stadtgeschichte von Gelsenkirchen muB bis 1928 die Entwicklung der drei 1928 vereinten Gemeinden getrennt betrachten. Gelsenkirchen: Die Kohlé bestimmte das Schicksal der Stadt Erstmals im 11. Jahrhundert tauchte die auf dem Brockhof gegründete St. Georgskirche als Gelsenkerken", aber auch als Geilistirinkirkin" in Urkunden auf. 1571 erhielt das Dorf von Wilhelm von Kleve das Privileg, Jahrmárkte an St.Georg und St.Michael abzuhalten. Landesherren waren spater die Grafen von Mark und der Kurfürst von Brandenburg, Grundherrin nach geistlichem Recht die Fürstabtissin von Essen. Ihre Rechte erloschen 1803 mit der Sakularisation. 1815 gehörte der Ort zum Landkreis Bochum der preuBischen Provinz Westfalen. 1839 lebten 624 Menschen in 96 Wohnháusern um das Rundhöfchen" mit der Georgskirche. Mit Kohlenfunden Ludwig van Ovens 1840 und dem Bau der Köln-Mindener Eisenbahn (Bahnhof Gelsenkirchen 1847) begann das Industriezeitalter. 1858 wurde die erste Kohlé mit technischer Hilfe des íren