Bővebb ismertető
Kalifornien wurde in der Literatur des Abendlandes zum erstenmal nur für einen Augenblick sichtbar - aber der genügte, um die Einmaligkeit dieser Welt zu verkünden. Zur rechten Hand von Indien, schrieb 1510 der spanische Romancier García Ordónez de Montalvo, liegt die Insel Kalifornien, ganz nah dem irdischen Paradies, und nachdem er Königin Calafía von Kalifornien in die Abenteuer seines Helden Esplandián verwickelt hatte, wendete er sein Interesse schnell wieder der Belagerung von Konstantinopel zu, die ihm dann im Vergleich zu seiner Vorstellung von Kalifornien doch wohl recht alltáglich vorgekommen sein muB. Der Glaube an die ungewöhnliche Natúr von Kalifornien ist durch Jahrhunderte lebendig geblieben und durch die Berichte von Augenzeugen verstárkt worden. Seit 1542, dem Jahr der Entdeckung von Kalifornien durch einen Portugiesen im Dienst des Vizekönigs von Neuspanien, hat sich die Kundé von dieser einzigartigen Welt standig verbreitet und die Vorstellung ihrer Einmaligkeit vertieft. Selbst als im Jahre 1865 ein Geological Survey of California viele wissenschaftliche Beobachtungen in einem Band zusammenbrachte, wurde die Überzeugung von dem auBergewöhnlichen Charakter des Landes nicht zerstört, sondern gefestigt, denn nun sprachen sogar wissenschaftliche Tatsachen dafür, daB die Eigenheiten der Natúr den Grundton und die AusmaBe des einmaligen Bildes bestimmten. Wasser, der ÜberfluB oder der Mangel an Wasser, prágt diese Welt der Überschwemmungen und der Trockenheit. Die Kontúr des einzigen Gebiets von Winterregen und Sommerdürre in Nordamerika stimmt fast genau mit den politischen Grenzen von Kalifornien überein, die sich den natürlichen unterordnen. Wasser formt den Charakter dieses Landes, denn im drastischen farblichen Unterschied zwischen den verschiedenen Tönen von Grün und Braun stellt sich Kalifornien zuerst dem Beschauer vor. Háufig wird dieser erste Eindruck mehr von den Schattierungen der sommerlichen Trockenheit beeinfluBt als vom feuchten Reichtum des regengesáttigten und durch Schnee aufgefrischten Wintergrüns. Sobald sich das Hochwasser verlaufen und die Sonne dann die letzten nassen Reste der winterlichen Regenstürme ausgetrocknet hat, beherrscht ein ausgemergeltes, sommerliches Braun das langsam ausgebleichte Landschaftsbild. Das Braun des Hochsommers beginnt sich bereits im Frühjahr überall dort durchzusetzen, wo keine Küstennebel, hochgelegene Schneefelder, ganzjáhrige Wasserláufe oder künstliche Bewásserung die Fortdauer des Grüns ermöglichen. Wenn die Sonnenkraft Flüsse zu Rinnsalen zusammenschrumpfen láBt oder nur lange Ketten von Tümpeln die Erinnerung an verheerende Überschwemmungen eines regenreichen Winters aufrechterhalten, dann nimmt die Farbe des verdörrten Grases schnell den Ton des pulvertrockenen Bodens an, dessen Oberfláche, in zahllose Risse aufgespalten, vom unermüdlich wehenden Wind zu Staub zermahlen wird, der sein weiBliches Gelb dem vertrockneten Braun beimischt. Es ist eine recht begrenzte Palette von Farben, über die das sogenannte goldene Kalifornien verfügt. Jedoch werden diese fahlen Töne stets als ein Wunder landschaftlicher Schönheit heraufbeschworen, selbst wenn sie sich nur undeutlich abzeichnen hinter