Bővebb ismertető
Kassel ist eine Stadt der Gegensätze. Als einzige Großstadt Nordhessensist sie die Metropole dieser Region, für viele Einwohner und Besucher istsie aber die liebenswerte Provinz mit dem ländlichen Charakter geblieben.Einmal in fünf Jahren strahlt Kassels Berühmtheit jedoch weit über die re-gionalen Grenzen hinaus, nämlich dann, wenn die weltgrößte Ausstellungmoderner Kunst, die documenta, das Stadtbild einen Sommer lang prägt.Über eine Million Besucher aller Nationalitäten sind in diesen 100 Tagenin Kassel zu Gast.In den übrigen vier Jahren ist die Kultur in Kassel jedoch weniger spekta-kulär. Obwohl die Theater in den letzten Jahren an Bedeutung und Zu-spruch bei der Bevölkerung gewonnen haben, ist Kassel noch lange keineKulturmetropole. Das liegt natürlich auch an den Kasselanern selbst. Alsehemalige Residenzstädter steckt ihnen die Gemütlichkeit der Staatsbe-amten noch ein wenig im Blut, sie sind Neuem gegenüber zurückhaltendund warten lieber erst einmal ab. An die Anfang der70er Jahre neugegrün-dete Gesamthochschule, mit ihren mittlerweile 10.000 Studenten, habensich die Kasselaner dagegen bereits gewöhnt ja, sie sind sogar stolz aufihre Universität. Die Studenten haben einem ganzen Stadtteil ihr Geprä-ge gegeben. Die repräsentativen Jugendstilhäuser im Vorderen Westenbieten mit ihren großen, ehemaligen Beamtenwohnungen ein idealesQuartier für Wohngemeinschaften. Hier ist in den Jahren ein Stück alterna-tive Kultur gewachsen, die in ihrer Vielfalt nicht selten auf die übrige Stadtausgestrahlt und Impulse gegeben hat.Voller Gegensätze ist das Stadtbild Kassels in städtebaulicher und archi-tektonischer Hinsicht. Auf einer Gesamtfläche von 107 qkm breitet sichKasselvon oben betrachtet durchaus großstädtisch im Kasseler Beckenaus. Umgeben von großen Wald- und Parkflächen und auch innerorts mitbeachtlichen Grünflächen ausgestattet, hat Kassel an Naherholungsmög-lichkeiten den meisten Großstädten einiges voraus. Die bedeutendstenParkanlagen verdankt Kassel dem Umstand, bis 1866 Residenzstadt derhessen-kasselischen Landgrafen und Kurfürsten gewesen zu sein. Aus die-ser Zeit stammen auch die vereinzelten Baudenkmäler, die in ihrer Prachtdie frühere Bedeutung Kassels und den Geist der Zeit erahnen lassen.Heute sind sie größtenteils zu reich ausgestatteten Museen umgestaltetund gemeinsam mit den Parks Aushängeschilder für den Fremdenverkehr.Im scharfen Kontrast zu den architektonischen Denkmälern der ehemali-gen Residenz steht die Innenstadtbebauung der Nachkriegsjahre. Nach-dem in der Nacht des 22. Oktober 1943 englische Bomber die für die deut-sche Rüstungsproduktion wichtige Stadt in nur wenigen Minuten in einTrümmerfeld verwandelt hatten, wurde nach 1945 eine vollständige städte-bauliche Neukonzeption notwendig. Drei Viertel der Wohnbebauung undzwei Drittel der Industrieanlagen wurden restlos zerstört. Von der histori-schen Altstadt mit ihren verwinkelten Gäßchen blieb nur die Erinnerung.