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VorwortVor rund 2000 Jahren haben die Römer dem Ort einen Namen gegeben, den er bis heute behalten hat: ad confluentes - am Zusammenfluß" - Koblenz.Das römische Koblenz lag etwas moselauf-wärts, am Übergang der Straße von Mainz nach Köln. Am Zusammenfluß selbst, dort, wo seit dem 9. Jahrhundert die Kastorkirche steht, befand sich nur ein Tempel. Tempel - Kirche: Kontinuität eines heiligen Ortes, die bis heute anhält. Mero-wingische Könige hielten sich hier auf, wenn sie, rheinaufwärts ziehend, unterwegs waren. Die Enkel Karls des...
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VorwortVor rund 2000 Jahren haben die Römer dem Ort einen Namen gegeben, den er bis heute behalten hat: ad confluentes - am Zusammenfluß" - Koblenz.Das römische Koblenz lag etwas moselauf-wärts, am Übergang der Straße von Mainz nach Köln. Am Zusammenfluß selbst, dort, wo seit dem 9. Jahrhundert die Kastorkirche steht, befand sich nur ein Tempel. Tempel - Kirche: Kontinuität eines heiligen Ortes, die bis heute anhält. Mero-wingische Könige hielten sich hier auf, wenn sie, rheinaufwärts ziehend, unterwegs waren. Die Enkel Karls des Großen ließen in St. Kastor 842 durch ihre Gesandten die Teilung des Karolingischen Reiches bereden.Zunächst geriet Koblenz aber in Randlage, an die Ostgrenze des mittleren, des lotharingischen Reichs. Dann wurde es in den Herrschaftsbereich der Bischöfe von Trier eingebunden, als Kaiser Heinrich II. den Königshof Koblenz 1018 an Erzbischof Poppo von Trier schenkte. Fast 800 Jahre lang waren Koblenz und der Ehrenbreitstein der östliche Hauptort des Erz-stifts Trier. Aber auch der Schnittpunkt der Handelswege war bestimmend für die Stadt. Bis heute sind im Stadtbild noch beide Funktionen erkennbar: Residenz-und Handelsstadt.Als 1794 die Revolutionstruppen heranrückten, floh Kurfürst Clemens Wenzeslaus aus seiner Koblenzer Residenz. 20 Jahre lang gehörte Koblenz zum französischenDépartement Rhin-et-Moselle. Mit der französischen Verwaltung kamen die Ideen der Großen Revolution auch in den Alltag der Koblenzer Bürger. Als aufgeklärter Fürst hatte schon Clemens Wenzeslaus jüdische und protestantische Bürger in die Stadt aufgenommen, wenn sie entsprechend kapitalkräftig waren. Jetzt gab es Religionsfreiheit und Gewerbefreiheit, den Code Napoleon und eine école secondaire, ja sogar eine juristische Hochschule, die allerdings 1817 aufgelöst wurde. Die Verbürgerlichung der Stadt nahm ihren Anfang.1814 begann die Uber hundertjährige preußische Zeit für Koblenz. Sie brachte der Stadt den Regierungssitz für die Rheinprovinz und den Ausbau der Festung, deren Reste noch heute das Stadtbild prägen. Fortan bestimmten Gegensatz und Zusammenspiel zwischen katholischem Bürgertum und protestantischer Bürokratie das politische und gesellschafdiche Leben der Stadt. Dazu kam das Militär, das die einfachen Bürger vor allem durch die häufigen Einquartierungen kennenlernten. Mit der Provinzregierung, den hohen Militärs und dem Hof des Kronprinzen kam aber auch gesellschafthcher Glanz in die Stadt. Kaiserin Augusta schuf die nach ihr benannten Rheinanlagen, und auf Vorschlag Koblenzer Bürger setzte ihr Enkel Wilhelm II. seinem Großvater das Denkmal am Deutschen Eck.Als 1890 die Stadtbefestigung fiel, entstand die großzügig angelegte Südstadt,während die ärmeren Bewohner sich in der Altstadt drängten. Arbeiterviertel sind nicht entstanden, denn an der Industrialisierung nahm Koblenz nur langsam Anteil. Im Zweiten Weltimeg wurde Koblenz fast völlig zerstört. Seit dem Zusammenbruch der römischen Herrschaft am Ende der Antike war Koblenz nur im 17. Jahrhundert durch Kriegsereignisse vergleichbar gravierend getroffen worden. Für kurze Zeit nach dem Krieg war Koblenz noch einmal Regierungssitz, aber dann wurde doch Mainz die Hauptstadt von Rheinland-Pfalz. Erneut ließen sich Behörden und Militärverwaltung in Koblenz nieder. Wie viele Vorteile dies brachte, wurde spätestens klar, seit sie zu gehen drohen bzw. gegangen sind.Wer nach Koblenz kommt, weil es ihn an den romantischen Rhein zieht, den interessieren diese Überiegungen wenig. Er wird das nach dem Deutschen Orden benannte Deutsche Eck" besuchen, das seit 1993 wieder das Reiterstandbild Wilhelms 1. trägt, er wird die Rheinfront entlang flanieren, mit dem herrlichen Blick auf die Festung Ehrenbreitstein. Auf den Plätzen und Gassen der Altstadt wird er bei etwas Aufmerksamkeit Spuren aus 2000 Jahren finden. Koblenz ist ein Ort der Kontinuität.Dr. Ingrid BätoriKulturdezernentin der Stadt Koblenz

Termékadatok

Cím: Koblenz [antikvár]
Szerző: Hans Josef Schmidt , Hans-Peter Kleber Michael Koelger
Kiadó: Wartberg Verlag
Kötés: Varrott keménykötés
ISBN: 3861343908
Méret: 240 mm x 230 mm
Hans Josef Schmidt művei
Hans-Peter Kleber művei
Michael Koelger művei
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