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Von Kriegen, Königen und ZeitvergleichenAuf den großen Straßen fährt nicht nur friedlich Volk. Die Lage Leipzigs im Mittelpunkt des flachen Tellers der Tieflandsbucht hatte zur Folge, daß der Kriegsgott Mars seinen olympischen Kollegen Merkur, der Handel und Wandel und also auch die kleinen Unregelmäßigkeiten dabei zu schützen hatte, recht oft in der Stadt besuchte.Es wird vermutet, daß zur Zeit der Feldzüge der Römer gegen ihre nördlichen Nachbarn der Germanenfürst Lybanothes im Raum Leipzig ein ständiges Hoflager unterhielt. Am Rande sei bemerkt, daß es eine Theorie gibt, wonach der Name Leipzig von dem jenes Kriegers abgeleitet sei. Überhaupt besitzen wir viele Denkmale aus früheren Zeiten als Sprachdenkmale, wie sie in Flur- oder Straßennamen lebendig sind. Militärischen Ursprungs ist der frühere Flur- und jetzige Straßenname Kickerlingsberg. Was an dieser Gegend ein Berg sein soll, mag manchen verwundern, aber Höhen und Tiefen sind, auch topografisch gesehen, relative Begriffe. Jedoch, was ist ein Kickerling? Sprachgeschichtlich betrachtet, gehört Leipzig zum gleichen Mundartbereich wie Berlin; dort gehören Icke, dette, kieke mal zu den Erkennungswörtern. Also: etwas zum Kieken, ein Ausguck nämlich. Von einem Turm ließ sich das flache Land weit überschauen, und die urbs Libzi lag an einem strategisch wichtigen Flußübergang der Nachschubstrecke zur Ostmark um Meißen.Im Blickfeld der Burg lag die Kreuzung von via regia und via imperii; die Königsstraße und die Reichs-straik heißen heute nüchterner F 87 und F 2. Hier traf man sich auf der Durchreise von Frankreich nach Rußland, von Italien nach Dänemark und tauschte Ware gegen Ware. Später kam man vorsätzlich hierher, umI