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Eine harmonische Wohnhausgmppe an einer wichtigen Höhenstraße Stuttgarts. Ardiitekten Paul Bonatz und F. E. Schaler
DIE GESTALTUNG DES WOHNHAUSES
Die 3. Auflage der „Neuen Villen" fällt in eine Zeit, in der die Gestaltung des deutschen Wohnhauses heftig umstritten wird. Noch kein Jahr ist seit der nationalsozialistischen Revolution verflossen. Die Kampfbünde sind in voller Tätigkeit. Ihr heißes Bemühen gilt auch auf dem Gebiet des Bauschaffens dem Herausstellen dessen, was seinem Wesen nach deutsch ist und allein die Zukunft haben soll.
Wir fallen solchem Tun nicht in den Arm, wenn wir . auch in der neuen Auflage weit ausholen und ein großes, vielseitiges, ja gegensätzliches Material zur Schau stellen. Es enthält Schlichtes und Selbstbewußtes, Angstliches und Gewagtes. Ganz bewußt wurde auch das Ausland herangezogen, vor allem England und die Vereinigten Staaten, die Schweiz, Skandinavien und natürlich Osterreich.
Woher kommen die Unterschiede? Warum wird drei gleich guten und gleich echten Deutschen das Baumaterial unter den Händen zu so etwas Grundverschiedenem wie etwa das Haus von Schmitthenner auf Seite 2, das von Schneck auf Seite 74 und das von Schumacher auf Seite 78?
Alle Drei bauten diese Häuser nicht für sich. Alle Drei suchten den Lebensrahmen der Familie eines fremden Bauherrn zu gestalten. Aber sie brachten das Haus, das da entstehen sollte, in Einklang mit dem ganz verschiedenen inneren Bild, das sie vom Wohn-
haus in sich tragen. Woher kommt dieses Bild? Schmitthenner bringt es ohne Zweifel aus seiner Heimat, dem Elsaß, mit. Dessen kleine Landsitze und bürgerliche Stadthäuser vom Ende des 18. Jahrhunderts sind ihm zum deutschen Wohnhaus schlechthin geworden. Auch ein Siedlungshaus für Angestellte (Seite 2) wird nach diesem inneren Bild gestaltet: axial in der Raumordnung, symmetrisch in der Fassade und stark bildhaft im Äußern. Schmitthenners Wohnhäuser sind außerordentlich wohltuend. Ihr Grundriß ist ein Abbild von Ordnung und Gesetzmäßigkeit. Darein hat sich das Leben zu fügen. Schmitthenner-Häuser entrücken der Gegenwart. Nichts Schöneres als eine Gruppe davon in der Ebene oder am weichen Hang zwischen alte Bäume in eine Wiese gestellt.
Ganz anders Schneck. Er geht bewußt vom Bedarf aus. Das Haus von heute muß billig werden. Jeder soll sich eines bauen können. Also bleibt weg, was irgend entbehrlich ist, selbst das Dach, denn ein Abstellraum unten tut's auch. Statt der Diele wird nur das Allernötigste als Vorplatz zubemessen und eine gerade noch ausreichende Treppe nach oben. Aber eine große Turn- und Sonnenterrasse muß auch im kleinsten Haus ans Elternschlafzimmer. Unter ihr tritt man aus dem Speisezimmer aus breiter Öffnung direkt in den Garten. Das Haus muß sich den Bewohnern anpassen, nicht umgekehrt. Deshalb sind alle Zwischen-
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