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SCHLOSSHOF
HISTORISCHER HINTERGRUND
Seit 1043, als die iVlarchgrenze gesichert galt, ist dieser Fluß Grenze geblieben bis zur Gegenwart. Daß Jahrhunderte hindurch feindselige Nachbarn an seinen Ufern lebten, hat das Antlitz des Marchfeldes wesentlich geprägt. Schon im frühen Hochmittelalter wurde ein breiter Gürtel von Befestigungen angelegt, um die Verteidigungsaufgabe der östlichen Mark des Reiches zu gewährleisten. Im „Marchort", dem Winkel an der Marchmündung in die Donau, hatte die befestigte Anlage in Hof der Bedeckung der dortigen Furt zu dienen; unweit davon erhob sich die riesige Fluchtburg Grafenweiden, weiter stromaufwärts lagen die festen Burgen Marchegg und Angern, schließlich an der Grenze des Marchfeldes Jedenspeigen und Dürnkrut.
Einige hundert Jahre hindurch hat eine nur jeweils kurzzeitig unterbrochene Kette von kriegerischen Auseinandersetzungen diesen Landstrich heimgesucht, zwei herausragende Daten bedeuten Wendepunkte der europäischen Geschichte: Am 12. Juli 1260 besiegte in der Schlacht bei Groissenbrunn das mit den Böhmen verbündete österreichische Heer unter PfzemysI Ottokar den ungarischen König Bela. In der „Schlacht auf dem Marchfeid" am 26. August 1278 verlor der Böhmenkönig gegen Rudolf von Habsburg Krone und Leben. Mit dieser größten aller Ritterschlachten begann die Herrschaft des Hauses Habsburg, die nach 640 Jahren wiederum im Marchfeld enden sollte: Von Schloß Eckartsau reiste Kaiser Karl am 23. März 1919 ins Exil.
Gegen Ende des Mittelalters war das Marchfeld von einer schier endlosen kriegerischen Periode betroffen. Zu Anfang des 15. Jahrhunderts verursachten Habsburger Familienfehden und Raubrittertum eine Verwilderung, unter der das Land nördlich der Donau bis zum Mühlviertel furchtbar zu leiden hatte.
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