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Bei Tage und in der Nacht denkt meine Seele nur an die schönen, Lellen Gegenden, die mir in allenTräumen ersclielnen und mich rufen.
W. H.Wackenroder.
arum immer wieder Italien? — So hat mich schon mancher in der deutschen Heimat gefragt, wenn ich südwärts fuhr. Und es ist auch gewiß auffallend, daß gerade der Deutsche immer wieder Italien sucht.
So war es das ganze Mittelalter hindurch. So ist es noch heute. Kaiser und Könige träumten von Italien, und in ihren Zügen zum Süden versuchten sie den Weg vom Traum in die Wirklichkeit. Denker und Dichter taten wie sie. Nikolaus Cusanus sei erwähnt, der bahnbrechende Gelehrte des 15. Jahrhunderts, der große Kardinal, der von der Mosel stammt und in Rom in S. Pietro in Vincoli sein Grab fand, in eben der Kirche, die auch .Michelangelos großartiges Grabmal Julius II. birgt. Dann wäre zu erwähnen August Graf Platen, der auf Sizilien starb, die Seele voll Heimweh und Liebe für Deutschland, Jakob Burckhardt, Richard Wagner, der im Palazzo Vendramin am Canal Grande in Venedig starb, Rainer Maria Rilke, der auf Duino an der Adria lebte und für lange Zeit auf Capri, wo er die schönste Brieflyrik entfaltete und südlich durchwärmte Gedichte schrieb, und endlich noch Friedrich Nietzsche, der mit „Venedig" sein lyrischstes Gedicht verfaßte, die „braune Nacht" des Südens und den Sang der Gondelführer verherrlichend, und der seinen aus so nordischem Geist entstandenen „Zarathustra" schließlich südlich der Alpen vollendete. Ihrer und vieler vieler anderer wäre zu gedenken.