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Einführung
Thailand wird oft »das exotischste Land Asiens« genannt, und das ist gewiß keine Übertreibung, denn seine vielgestaltige, traditionsreiche Kultur und sein außerordentlicher Reichtum an landschaftlichen Schönheiten machen dieses Land zu einem einmahgen Erlebnis. Die größte Faszination aber geht von den Thais selbst aus, denen es mit fast schon unheimlich wirkender Leichtigkeit gelingt, ihren tiefen Respekt für die Vergangenheit und ihre große Begeisterung für alles Moderne miteinander in Einklang zu bringen. Wann immer eine thailändische Fluggesellschaft ein neues Flugzeug in Dienst stellt, muß ein ranghoher buddhistischer Mönch dem mehrere Millionen Dollar teuren Fluggerät seinen Segen geben. Und auch jedes neue Bürohaus bedarf der entsprechenden rituellen Einweihung. Diese seltsame, ja paradoxe Verquickung einer jahrhundertealten Tradition mit den Erfordernissen einer dynamischen Wirtschaft ist eine ganz spezifische Eigenart Thailands, die es von vielen anderen Ländern unterscheidet.
Thailand liegt nahezu gleich weit entfernt von Indien und China, hat ein tropisches Klima und umfaßt eine Fläche von 514000 Quadratkilometern - ist also etwa so groß wie Frankreich. Es grenzt im Westen an Burma, im Norden an Laos, im Osten an Kambodscha und im Süden an Malaysia. Seine größte Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 1650, seine größte Breite etwa 800 Kilometer. Mit der schmalen Halbinsel Kra im Süden und der Küste am Golf von Thailand verfügt das Land über insgesamt mehr als 2500 Kilometer Küstenhnie.
Das BevölkerungsWachstum in Thailand hat sich seit einer erfolgreichen staatlichen Kampagne für Familienplanung verlangsamt. Heute nimmt die Einwohnerzahl, die auf etwa 53,6 Milhonen (1989) geschätzt wird, jährlich um weniger als zwei Prozent zu, während die Zuwachsrate in den sechziger Jahren noch bei über drei Prozent lag. Die Thai-Völker bilden die stärkste Gruppe der Bevölkerung, aber verschiedene Einwanderungswellen haben das Gesicht Thailands geprägt. Auch Mon, Khmer, Burmesen, Laoten, Malaien, Inder und vor allem Chinesen tragen zur ethnischen Vielfalt dieses Landes bei. Sie sind inzwischen so gut integriert, daß von kulturellen oder sozialen Unterschieden keine Rede mehr sein kann.
Brennpunkt des Landes ist die Hauptstadt Bangkok. Die rasch expandierende Metropole ist das Zentrum aller wichtigen politischen, bürokratischen, wirtschaftlichen, industriellen und finanziellen Aktivitäten. Ihre Skyline bestimmen ehrgeizig aufragende Bürotürme, Wohnhochhäuser, Luxushotels und riesige Warenhauskomplexe.
Dennoch ist das westlich angehauchte Außere Bangkoks größtenteils eine Fassade, hinter der die Stadt erstaunlich viel von ihrem kulturellen Erbe bewahren konnte. Die imposanten Dächer und vergoldeten Türme des Großen Palastes und die vielen historischen Tempel lassen noch ein fast märchenhaftes Bild mittelalterlich orientalischer Pracht entstehen. Die in Monumenten und Sehenswürdigkeiten der Stadt angehäuften Kunstschätze und Kulturgüter sind aussagekräftige Belege für den Charakter von Land und Leuten. Mehr als in irgendeinem anderen Ort in Thailand wird in Bangkok das elementare Paradox zwischen Traditionsverbundenheit und enthusiastischem Fortschrittsglauben deutlich. Und gerade dieses erfolgreiche Balancieren zwischen Tradition und Modernität ist Ausdruck eines nationalen Wesenszugs der Thais.
Eine starke innere Festigkeit, die einer sehr beständigen historischen Entwicklung zu verdanken ist, prägt das Land und verleiht ihm das unverwechselbar »Thailändische«. Das Wort thai bedeutet »frei«, Thailand ist also das »Land der Freien«. Das klingt zwar ziemlich banal, aber diese Freiheit hat historische Kontinuität und die Wahrung charakterlicher Eigenheiten erst ermöglich. Nur ihr ist die Identität des Landes und die erfrischende Individualität seiner Bürger zu verdanken.
Thailands Geschichte als souveräner Staat begann vor 750 Jahren, im frühen 13. Jahrhundert, mit der Gründung der ersten Hauptstadt Sukhothai. Mehr als hundert
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