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Wir waren Germanen, 100 vor Christus, zogen wir bewaffnet durch Tirol nach Süden, um gegen die Römer zu kámpfen. Über die schneebedeck-ten Hangé rodelten wir auf unsren Schilden zu Tal.Wir waren Franziskaner, 1221 gingen wir zufufi nach Norden, um in Deutschland eine Filiale unsres Ordens zu grundén. Von Brixen kamen wir ins Gebirg und erreichten gerade nach Es-senszeit Sterzing. Da die Leute kein Brot zur Hand hatten und wir nicht wuíken, wie wir bit-ten sollten, zogen wir in der Hoffnung, dafi wir gegen Abend an einen Ort kámen, wo...
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Wir waren Germanen, 100 vor Christus, zogen wir bewaffnet durch Tirol nach Süden, um gegen die Römer zu kámpfen. Über die schneebedeck-ten Hangé rodelten wir auf unsren Schilden zu Tal.Wir waren Franziskaner, 1221 gingen wir zufufi nach Norden, um in Deutschland eine Filiale unsres Ordens zu grundén. Von Brixen kamen wir ins Gebirg und erreichten gerade nach Es-senszeit Sterzing. Da die Leute kein Brot zur Hand hatten und wir nicht wuíken, wie wir bit-ten sollten, zogen wir in der Hoffnung, dafi wir gegen Abend an einen Ort kámen, wo wir von milden Leuten gelabt würden, weiter bis Mitte-wald. Dort milderten wir mit zwei Stücklein Brot und sieben Rüben den Hunger und den Durst, den wir dadurch aber eigentlich noch mehr reizten. Wir beschlossen, vom reinen Was-ser des Baches zu trinken, damit nicht der leere Bauch knurre. Als wir eine halbe Meile gewan-dert waren, fing es an, vor unsren Augen schwarz zu werden, die Beine wankten, die Füíte versag-ten. Bald ruhend, bald langsam wandernd ge-langten wir endlich mit vieler Beschwer nach Matrei. Dort kauften uns zwei Mánner etwas Brot.Wir, Monsieur Michel de Montaigne, logierten im Jahr (1580) zu Innsbruck in der Rose", einem sehr guten Gasthaus. Das Essen wurde uns auf Zinntellern serviert. Seit einigen Tagén erhalten wir zum Gedeck Mundtücher, wie es in Frankreich üblich ist; so auch hier. Einige Betten hatten schöne, reich verzierte Vorhánge, in deren Mustern sich die frohe Natúr des Volkes wider-spiegelt.Wir habén 1772 mit dem wohlgeborenen Herm Professor Joseph Walcher, der Mechanik öffent-lichen Lehrer an der Universitát zu Wien, das Ötztal bereist, um dortselbst die Eisberge, auch Ferner genannt, selbst in Augenschein zu neh-men. Noch vor wenig Monaten konnte man bis auf Sölden bequem reiten. Dermalen aber muE man zu Langenfeld schon anfangen, den Weg, welcher sehr rauh ist, und gegen 12 Stunden fort-dauert, immer zu Fufíe zu maciién. Das betrüb-teste dabei ist, daft man viele Gegenden nicht sattsam in die Augen fassen kann, indem man dieselben von dem schmalen Fufisteige niemals abwenden darf, um sich der Gefahr nicht aus-zusetzen einen Fehltritt zu machen. Man kann ohne Erstaunung nicht zusehen, wann sie die steilen Gebirge bearbeiten, und das Gras auf den höchsten Jöchern zusammen tra-gen; sie habén kein Bedenken um eine Handvoll Viehfutter einzubringen, ungangbare Steinklip-pen oft nicht ohne Lebensgefahr zu besteigen; welcher Gefahr auszuweichen, sie oft gezwun-gen werden, sich mit Stricken anzuhángen, um nicht herabzustürzen. Damit sie ein spannbreites Erdreich gewinnen, um ihren Ackerbau zu er-weitern, ist es ihnen nicht zu beschwerlich, die Erde hoch hinauf zu tragen, und die bloften Fel-sen damit zu bedecken. Ich habe Grundstücke gesehen, welche auf so steilen Anhöhen liegen, dafí die gute Erde immer in Gefahr stehet, von dem náchstkommenden Platzregen herabgetrie-ben zu werden, und bei sich ereignendem Falle ist es ihnen nicht zu mühesam, die vorige Arbeit wiederum und zum zweitenmale zu wieder-holen.1841 gelangten wir mit dem aus Aichach in Oberbayern gebürtigen Herrn Ludwig Steub über Binswang ins Aufíerfern. Hier zeigte die Tracht sich schon bald verándert, zumal an den Háuptern des Frauengeschlechts. Jetzt tritt námlich der tirolische Gebrauch ein, die Haare zu scheiteln, rückwarts in zwei Zöpfe zu flechten und die Zöpfe als zierlichen Rahmen des Antlit-zes über dem Vorderhaupte anzunesteln. Auch die Sprache wird bald rauher, zumal in den Kehl-lauten. Schönes Wetter und schöne Mádchen und alles, was schön ist, heiík von jetzt an fein". Fein und unfein sind Lieblingswörter der Tiro-ler. 1870 kamen wir wieder und bereisten das Stubaital. Hier war vor wenigen Tagén ein Lind-wurm (auch Tatzelwurm genannt) gesehen wor-den. Vorübergehende Bauern sahen einen grófién Wurm aus einem Stadel herausgucken, des-sen Schwanz weit über die andere Seite des Ge-báudes reichte. Sie liefen atemlos ins náchste Dorf, nach Telfes, und sammelten die Kühnsten, welche sich bewaffneten und das Ungetüm auf-suchten, aber es nicht mehr fanden. Zwei Metz-ger, die zu anderer Zeit vorbeigingen, erblickten, durch ihren Hund aufmerksam gemacht, den Drachen ebenfalls, wie er seine drei Köpfe höchst bedrohlich unter dem Stadel hervor-streckte. Obgleich sonst beherzte Mánner, er-griffen sie gleichwohl mit ihrem Hund die Flucht. Von Telfes aus wurden dann mehrere Kriegszüge gegen diesen Lindwurm unternom-men, alléin er liefi sich nicht mehr sehen.

Termékadatok

Cím: Tirol [antikvár]
Szerző: Stefanie Holzer Walter Klier
Kiadó: Tirol-Werbung
Kötés: Fűzött papírkötés
Méret: 300 mm x 410 mm
Stefanie Holzer művei
Walter Klier művei
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