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EINLEITUNGEINIGES ÜBER DEN NAMEN, DIE GESCHICHTE UND DEN CHARAKTER DER CARO-KANN-VERTEIDIGUNGDie Verteidigung wurde von den zwei deutschen Schachspielern Horatio Caro und Marcus Kann in die Turnierpraxis eingeführt. Das geschah in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zu jener Zeit waren die romantischen Gambitspiele in Mode, und so ist es verständlich, daß die zeitgenössischen Schachspieler diese Verteidigung für trocken und langweilig ansahen, deren Popularität erst nach der Entdeckung und Verbreitung der positionellen Grundprinzipien zu wachsen begann. In unserem Jahrhundert erkannten bald viele Meister die Vorteile der Caro-Kann-Verteidigung, sogar ein Weltmeister, Capablanca, nahm sie in sein Repertoire auf. Der große Kubaner war ein hervorragender Positionsspieler, und auch die späteren Anhänger der Verteidigung (Flohr, Botwinnik, Smyslow, Petrosjan usw.) waren überwiegend Positionsspieler; doch finden wir auch Gegenbeispiele (Larsen). Der Zweck des ersten Zuges von Schwarz - 1. (e4) c6 - besteht darin, durch d7-d5 im Zentrum Fuß zu fassen. Diese Idee ähnelt sehr der Französischen Verteidigung, jedoch mit dem Unterschied, daß der schwarze Damenläufer in der Caro-Kann-Verteidigung meistens ungehindert entwickelt werden kann. Dennoch können wir im Vergleich zur Französischen auch gewisse Nachteile der Caro-Kann-Verteidigung feststellen: Nach 2. d4 d5 3. Sc3 (3. Sd2) ist Schwarz in der Caro-Kann-Verteidigung - in Ermangelung eines anderen nützlichen Zuges - gezwungen, mit 3. - de4: seinen Zentrumsbauern abzutauschen und somit die Zentrumsspannung aufzuheben. Das aus der Caro-Kann-Verteidigung entstehende Mittelspiel zeigt im allgemeinen einen soliden, eher positionellen Charakter. Ein direkter Angriff auf den König kommt im frühen Stadium der Partie nur selten vor. Zu den Vorteilen der Verteidigung gehört ihre Elastizität. Es entstehen keinerlei für Schwarz verpflichtende Bauemstrukturen. Es gibt keine Figur, deren Entwicklungsschwierigkeiten die ganze Eröffnungsphase beeinflussen. (Denken wir dagegen z. B. an die Sorgen bei der Entvwcklung des schwarzen Damenläufers im Orthodoxen Damengambit.) Die Caro-Kann-Verteidigung ist leicht übersehbar und auch verhältnismäßig leicht zu erlernen. So ist sie ein äußerst praktisches System. Selbst wenn der sich der Caro-Kann-Verteidigung Bedienende ihre Theorie nicht genau beherrscht, kann er bei Kenntnis der Grundprinzipien leicht zurechtkommen - abgesehen freilich von einigen äußerst scharfen Abspielen. Im vergangenen Jahrhundert