Bővebb ismertető
Zur Klärung der Begriffe
Das Wörtchen „nah" ist ein in jeder Hinsicht recht relativer Begriff. Und daher ist auch das Wort „Nahaufnahme" nicht sofort eindeutig zu erfassen. Zunächst wird der — vielleicht etwas unbekümmerte — Amateur darunter alle Aufnahmen von solchen Dingen verstehen, die eben „nicht weit weg sind". Wäre das so einfach, dann bedürfte das Arbeitsgebiet der Nahaufnahmen weder besonderer Erläuterungen noch Erfahrungen — und dieses Buch könnte ungeschrieben bleiben. Aber stellen wir uns zunächst vor, wie man zu Nahaufnahmen kommt. Der Fotoamateur sieht sich nach dem Stadium der bloßen Familien-, Ferien- und Erinnerungsbildnerei nach anderen Möglichkeiten in der Fotografie um. Vor ihm liegt, zum Greifen nah, die Welt der kleinen Dinge, ein neuer Bereich von Aufnahmemöglichkeiten, die sich aber erst in wesentlich kürzerer Entfernung als seine bisherigen Aufnahmemotive erschließen. Blumen bieten sich dar und Schmetterlinge, Münzen und Briefmarken, Insekten und Schmuckstücke, kleine technische Dinge und weite Gebiete biologischer Liebhaberei und Forschung. All das steht zunächst unter dem Begriff „Nahaufnahme", und mit diesem Sammelbegriff ist vielerlei gemeint, mag es sich nun in Wirklichkeit um eine Verkleinerung im Maßstab 1:10, um eine Aufnahme im gleichen Maßstab oder gar um die Fotografie im vergrößerten Maßstab handeln, die wir genau genommen als „Lupenaufnahme" deklarieren müßten. Das beste wird sein, wir bringen zuerst einmal Ordnung in diese Bezeichnungen, weil deren Kenntnis — nach Form und Inhalt — für alle diejenigen wichtig ist, die gesonnen sind, sich in die reizvollen und interessanten Aufnahmegebiete zu vertiefen, deren Erschließung dieses Büchlein dient.
Wie kommen wir diesen Begriffen nun zunächst einmal auf einfache Weise näher — noch bevor die Welt der Zahlen und Maßstäbe uns umfängt, mit denen wir später — lästige Notwendigkeit! — werden umgehen müssen ? Stellen wir uns also einen konkreten Tatbestand vor:
Auf einer Waldwiese fällt dem Auge eine Blume durch ihre Buntheit auf. Zunächst erscheint sie nur als kleiner leuchtender Farbfleck. Doch zieht sie das Auge magisch an. Also geht man näher an die Blume heran, nun sieht man sie schon genauer. Man bückt sich; man betrachtet die Blume aus nächster Nähe. Der wißbegierige Botaniker wird sie vielleicht sogar pflücken und zur letzten Entschleierung ihrer Geheimnisse mit einem Vergrößerungsglas, mit einer Lupe, betrachten. Das Ganze: ein alltäglicher Vorgang, den jeder von uns kennt — wenn es sich auch nicht immer um eine Blume handeln muß. . . Der Fotokamera ergeht es ähnlich wie dem Auge, denn beide sind ja nahe verwandt. Auch die Kamera bringt aus größerer Entfernung die Blume nur als kleinen Fleck auf das Bild. Wird die Kamera näher herangerückt, auf 1 m etwa, so kann die Blume schon leidlich erkennbar abgebildet werden, was man im Sucher oder auf der Mattscheibe der Kamera recht genau verfolgen kann. Nun möchten wir noch näher heran, denn je kürzer die Aufnahmeentfernung ist — so folgern wir aus der Erfahrung mit unserem Auge —, desto größer wird das Aufnahmeobjekt abgebildet. Aber hier stoßen wir bald an eine Grenze: fast alle
Nahaufnahmen sind geeignet, die Schönheit der kleinen Dinge klarer zu enthüllen, 5
als sie das Auge sieht. „Sonnentau"-. Fat. W. Harstrick (Bavaria).
9x12 cm-Kamera mit 4,5 X 6 cm-Einlage;
Kranzfilm 17° DIN; Bl. 16; '!!^ Sek.; Hobby-Blitz und Tageslicht.