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EDITORIAL
Der XXXVllI. Band unserer Zeitschrift, der - unseren Hoffnungen und Bemühungen entgegen - im Sommer 1998, immer noch mit beträchtlichen Verspätung erscheinen wird, ist einem einzigen Ereignis des Jahres 1996 gewidmet. Es handelt sich um die Tausendjahrfeier der Erzabtei der ungarischen Benediktiner Pannonhalma, die in diesem Jahr unter anderen Feierlichkeiten mit einer großangelegten, der Geschichte des Ortes gewidmeten Ausstellung begangen wurde. Diese historische Ausstellung wurde am 21. März, dem Tag des Heiligen Benedikt eröffnet und hielt bis zum Martinstag, 11. November, offen. Außer der eigentlichen Ausstellung hat man praktisch den ganzen Baukomplex der Abtei für die Besucher zugänglich gemacht. Dadurch erhielt die Millenni-umsfeier der Abtei auf dem Martinsberge (mit dem Wortlaut der Grün-dungsurkunde von 1002 monasterium Sancti Martini in Monte supra Pannoniam situm), das seinen heutigen ungarischen Namen Pannonhalma erst im frühen 19. Jahrhundert erhielt, auch für die Kunstgeschichte eine hohe Wichtigkeit. Die seit langem fortgesetzten Restaurierungsarbeiten erbrachten viele archäologische und kunsthistorische Ergebnisse (manche, die kurz vor dem Jubiläumsjahr erzielt wurden, und den Forschungsstand an den wesentlichsten Punkten berühren, konnten, weil sie noch der weiteren Klärung durch systematische Forschung bedürfen, vorerst nicht gezeigt und nur in den Beiträgen berücksichtigt werden).
Deshalb haben wir uns entschlossen, statt einer ausführlichen Besprechung eine Auswahl aus den kunsthistorischen Beiträgen zum monumentalen, dreibändigen Katalog Möns Sacer 996-1996, Pannonhalma Í000 éve [Tausend Jahre Pannonhalma, herausgegeben von Imre Takács, Bd. I-Il der Geschichte der Abtei, Bd. III den Sammlungen der Erzabtei gewidmet] in deutscher Sprache zu veröffentlichen, denn sie geben ein zuverlässiges Bild sowohl über das reiche Material
der Abtei und den Forschimgsstand als auch über die geleistete Arbeit zahlreicher Kunsthistoriker. Außer Kurzfassungen der einzelnen Beiträge ist nämlich allein ein illustrierter Führer (ebenfalls deutsch) erschienen. Das umfangreiche Handbuch zur Ausstellung kann mit Recht einen Anspruch darauf erheben, der wissenschaftlichen Forschung zukünftig als moderne kritische Ergänzung zur zwölfbändigen Geschichte des ungarischen Benediktinerordens fA pannonhalmi Szenl Benedek Rend története - Geschichte des Benediktinerordens von Pannonhalma, hrsg. L. Erdélyi und P. Sörös, Budapest 1902-1916) zu dienen. Um die kunsthistorische Bedeutung der neuen Egebnisse zu betonen, sei es uns erlaubt, auf den wesentlich im älteren Wissennstand wurzelnden Aufsatz von Ferenc Levárdy in unserer Zeitschrift („Les monuments d'architecture médiévale a Pannonhalma", Acta Hislx>-riaeArtiumVlíl^ 1962, 3-45) hinzuweisen.
Unsere Zielsetzung, nicht nur möglichst viele Informationen über die kunstgeschichtliche Bedeutung der wichtigsten Benediktinerabtei Ungarns mitzuteilen, sondern auch ein Bild über Arbeit und Methoden der am Vorhaben beteiligten Kunsthistoriker - Museums-leute, Akademiker, Denkmalpfleger und Mitarbeiter des Forschungsinstituts für Kunstgeschichte - verschiedenster Generationen zu geben, hätte nicht verwirklicht werden können ohne Zustimmung und großzügige Unterstützung der Veranstalter. Für die Erlaubnis der deutschsprachigen Veröffentlichung der ursprünglich im Ausstellungshandbuch veröffentlichten Texte und der Illustrationen bedanken wir uns in erster Linie bei Seiner Exzellenz Bischof und Erzabt Asztrik Várszegi OSB. Der Herausgeber des Katalogs, Dr. Imre Takács hat nicht nur eine wertvolle Vorarbeit geleistet, sondern auch die vorliegenden Texte und ihre Illustrierung besorgt. Nicht zuletzt soll unser besonderer Dank den Autoren ausgedrückt werden.
Acta Hisl. M. Hang. Tomia 3S, 19%