Bővebb ismertető
VORWORTEnger und unbedingter als andere Kulturen ist Altägypten mit seinem geographischen Raum verknüpft. Die Entstehung der pharaonischen Hochkultur, ihre außergewöhnliche Dauer von drei Jahrtausenden und ihre unverwechselbare, sich selbst nie untreu gewordene Eigenart sind geprägt vom Lebensraum des Niltals, eingebettet zwischen Wüsten und Meere. Der ruhige, aber stets spannungsvolle Rhythmus der Dynasüen und Reiche, niemals existentiell gefährdet, spiegelt den einprägsamen Kreislauf der Jahreszeiten mit Überschwemmung und Trockenzeit. Literatur, Kunst und Religion der Ägypter sind Früchte einer geistig-seelischen Freiheit, die auf der Grundlage wirtschaftlicher Überschußproduktion wachsen konnte.So erschließt sich das Verständnis dieser Kultur letztlich nur dem, der sie vor dem Hintergrund des Landes und Klimas, der Lebensbedingungen und wirtschaftlich-sozialen Verhältnisse sieht.So selbstverständlich diese Gedanken erscheinen mögen, so vergeblich wird man bislang in der neuerdings immer mehr zunehmenden Ägypten-Literatur nach einem Werk gesucht haben, das diese Grundgegebenheit würdigt und angemessen erklärt.Der Band Ägypten im WELTATLAS DER ALTEN KULTUREN betritt hier Neuland und stößt in ein Vakuum vor. Sein Konzept überzeugt den Fachmann und fesselt den Laien. Nicht die Phänomene der Kultur stehen im Vordergrund der Darstellung, sondem das Land und seine Menschen, aus dem und durch die erst Kultur entstehen konnte. Die Gesetzmäßigkeiten historischer Entwicklung werden hier exemplarisch ver-deuüicht, wo unter spezifisch nordostafrikanischen Bedingungen die typischen, unverwechselbaren Kulturformen entstanden. Die große Zahl informativer Karten und Diagramme, aber auch einfach schöner Bilder macht die Lektüre zum intellektuellen Erlebnis und zugleich zum ästhetischen Genuß.Größter Detailreichtum und höchste fachwissenschaftliche Aktualität sind in bewundernswerter Weise zu einem nicht nur leicht lesbaren, sondem in seiner geistreichen Lebendigkeit geradezu spannenden Text verwoben.Atlas meint in diesem Zusammenhang viel mehr als eine Geographie Altägyptens: Reiseführer und Lesebuch, Kunstgeschichte und Bilderbuch zur Religion und Geschichte, Denkmälerkunde und Wegweiser zu Museen: ein Buch zumLesen, Schauen und Genießen, ein Nachschlagewerk und natürlich auch wirklich ein Atlas.So vermittelt dieser Band einen Überblick über die wichtigsten archäologischen Fundstätten, und die einzelnen Denkmäler werden unter Einbeziehung neuester Forschungsergebnisse der Ägyptologie in ihrer historischen und kulturgeschichtlichen Bedeutung dargestellt Zusätzliche Kapitel sind allgemeinen Aspekten der altägyptischen Kultur, der Religionsgeschichte und der zivilisatorischen und gesellschaftlichen Entwicklung vorbehalten, so daß auch der sozialgeschichtliche Hintergrund erhellt wird, vor dem sich das wechselvolle Schicksal der altägyptischen Städte und Tempel ereignet hat.Den zeitlichen Rahmen bezeichnen die Dynastien angestammter ägyptischer Könige (mit den kurzen Unterbrechungen der Zwischenzeiten und Fremdherrschaften) zwischen etwa 2920 und 332 v.Chr. Um jedoch die frühgeschichtlichen Phasen verständlich zu machen, wurde teilweise auch die Vorgeschichte einbezogen. Ebenso galt es andererseits, die griechisch-römische Epoche, dort, wo es angebracht erschien, in der Darstellung insoweit zu berücksichtigen, als ihre Kultur noch jahrhundertelang ägyptisch war.John Baines und Jaromir Málék haben in mühevoller Kleinarbeit ein großes Buch gemacht, populärwissenschaftlich im allerbesten Sinne: Sie stellen dem Laien die Wissenschaft vom alten Ägypten exakt und anschaulich dar, und sie führen dieser Wissenschaft damit ein verständnisbereites, qualifiziertes Publikum zu.Diese beiden hochqualifizierten Kollegen haben nicht nur dem Ägyptenliebhaber, sondem auch der Ägyptologie einen unschätzbaren Dienst erwiesen.Professor Dr. Dietrich Wildung Leitender Direktor der Staatlichen Sammlung Ägyptischer Kunst, MünchenDer erste Teil des Bandes Ägypten stammt im wesentlichen von John Baines, für den zweiten Teil zeichnet Jaromir Málék verantworüich; den dritten Teil haben sich die Autoren geteift. Helen Whitehouse ist der Beitrag Ägypten und westliche Kulturen zu verdanken; an einigen weiteren Spe-zialbeiträgen wirkten Revel Coles, John Rea und John Tait mit.