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Das Leben
Die Familie kam aus Ungarn, doch scheint es sich um eingewanderte Deutsche gehandeh zu haben, die in ihre Heimat zurückkehrten. Es fällt auf, daß die Vornamen alle deutsch waren. Ein in Köln lebender Vetter nannte sich zwar Unger statt Dürer, aber Lasslen und nicht Ladislaus oder Laszio, wie der Vorname auf ungarisch gelautet hätte. Der Ort, aus dem die Dürer kamen, war das heute verschwundene Dörfchen Ajtós in der Nähe der Stadt Gyula, 50 km nördlich von Arad. Ajtó bedeutet Türe, Dürer also Türer. Das Wappen, das Dürer 1525 auf den Holzstock zeichnete, eine große geöffnete Tür, ist ein redendes.
Der Vater Albrecht Dürer der Ältere war Goldschmied in Nürnberg und genoß als solcher beträchtliches Ansehen. Über sein Äußeres bekommen wir Auskunft durch eine Zeichnung des fünfzehnjährigen Sohnes (W 3), das Gemälde von 1490 in Florenz und das ausdrucksvollere des Siebzigjährigen in der Londoner Nationalgalerie. In der Familienchronik und dem Bruchstück des Gedenkbuches, das sich erhalten hat, gibt der Sohn eine ergreifende Schilderung vom Leben und Sterben des Vaters.
Die Mutter, Barbara, geb. Holper, wurde 63 Jahre alt. Dürer muß in einem engen Verhältnis zu ihr gestanden haben. Er nimmt sie nach dem Tod des Vaters (1502) in seinen eigenen Haushalt auf. In den Briefen aus Venedig erkundigt er sich öfter nach ihr als nach seiner Frau. Die Kohlezeichnung, die im Todesjahr 1514 entstand (W 55g, Abb. 28), gehört zu den bedeutendsten Schöpfungen der deutschen Kunst. Auch ihre letzten Stunden sind im Gedenk-