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Alfons Mucha -Künstler des Art nouveau
Bezaubernde Frauen, wehende Haare, fließende Stoffe - dies sind die Attribute, die man mit Alfons Muchas Kunstwerken assoziiert.
Alfons Mucha war eine der schillerndsten Künstlerpersönlichkeiten der Jahrhundertwende. Sein Werk ist untrennbar verbunden mit der Stilrichtung, deren Name zugleich Programm war: Art nouveau. Dem umfassenden Gestaltungsanspruch dieser neuen Kunstrichtung entsprechend, huldigte Mucha dem Ideal künstlerischer Vielseitigkeit. Er war nicht nur Maler und Zeichner, sondern befaßte sich auch mit Skulpturen, Gebrauchskunst, Schmuckentwürfen und innenarchitektonischen Projekten. Seine besondere Begabung aber lag auf dem Gebiet der dekorativen Graphik. Sie begründete seinen Ruhm und erhält ihn bis zum heutigen Tag.
Die in ihrer Vielzahl kaum zu überblickenden Plakate, Panneaux décoratifs, Kalender, Gelegenheitsdrucke, Zeitschriftentitel und Buchillustrationen Muchas erzielten nicht zuletzt dank der damals bereits technisch hochentwickelten Reproduk-tionsverfahren eine enorme Breitenwirkung und Popularität. Vor allem aber besaßen diese Kompositionen mit ihren einprägsam dekorativen Sujets, ihrer unerschöpflichen Fülle an ornamentalen Bildelementen sowie der Prägnanz der kalligraphisch geführten Linie stilbildende Kraft. Als typische Verkörperung der künstlerischen Bestrebungen in den Jahren um 1900 wurde der »Style Mucha« vorbildhaft für eine ganze Generation von Künstlern und Musterzeichnern. Er wurde repräsentiert durch den zu idealer Erscheinung stilisierten Figurentypus der schönen bzw. mädchenhaft anmutenden Frau, der in ein ornamentales System von Blüten und Rankenwerk, Symbolen und Arabesken eingebunden ist. Da es sich um eines der meist verbreiteten Bildmotive der Jahrhundertwende handelte, galt der »Style Mucha« zeitweise geradezu als Synonym für Art nouveau und Jugendstil.
Obwohl mährischer Herkunft, feierte Mucha seine größten Erfolge in Paris. Sein Werk dokumentiert das Lebensgefühl der französischen Kunstmetropole in ihrer Glanzzeit am Übergang zweier Jahrhunderte, das Lebensgefühl des Fin de siecle und
Alfons Mucha, um 1885