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Aubrey Beardsley »ER HATTE ENTHUSIASTISCHE BEWUNDERER: SEHR WENIGE, ER HATTE GEGNER, DIE IHN DER UNZUCHT BESCHULDIGTEN: ALLE ANDEREN. DER STREIT BEIDER MITEINANDER UND UM IHN BEGLEITETE IHN SEIN LEBEN LANG UND MACHTE IHM DAS SO KURZE ZU EINEM FRÖHLICHEN, DENN ER HATTE, WAS ER VVÜNSCHTE: BERÜCHTIGTKEIT.«! ubrey Beardsley, dem diese Worte des Schriftstellers Franz Blei gewidmet sind, rief Begeisterung und Widerspruch in der Zeit um 1900 hervor. Inzwischen ist er lángst in die Annalen der Kunstgeschichte eingegangen und gehört unumstritten zu den geistreichsten Anregern jener internationalen Stilbewegung, die zwischen 1895 und 1905 ihren Höhepunkt erreichte und in verschiedenen Lándern mit den Bezeichnungen Jugendstil, Art Noveau, Modern Style oder Sezessionskunst besonders charakteristisch in Erscheinung trat. Als Rcaktion auf die tiefe Krise von Kunst und Gestaltung im Zeichcn des sich herausbildenden Imperialismus strebte man nach einem neuen, alle Lebensbereiche erfassenden Stil, anwendbar auflnterieurs, Hausfassaden, Haushaltsgegenstánde, Möbel, Tapeten, Mode, Buchgcslaltung usw. Der Jugendstil blieb nicht írei von den Einílüssen der stürmischen Industrialisicrung der letzten Jahrzehnte des vorigen Jahrhunderts, aber sein Verháltnis zur industriellen Masscnproduktion war gespalten. Man bediente sich gerne neuer Techniken und Materialien, man vermarktcte durchaus, aber zugleich setzte man dem industriellen Massenprodukt mit Vorliebe handwerkliche Exklusivitát entgegcn, kostbare Unikate, die nur für eine elitáre Schicht von zahlungsíahigen Kennem bestimmt waren. In Opposition zum historisierenden Eklektizismus, zur erstarrten Salontrivialitátdes Akademismus und zum Naturalismus entwickelte dabei der Jugendstil selbst eine zum Esoterischen tendierende Kunst, die teilweise den Ásthetizismus überbetonte und sich vom Alltagsleben entfernte. Schönheit und jugendstilige Dekorativitát wurden gegen HáBlichkeiten und Geschmackloses gesetzt, die die Gründerzeit massenhaft hinterlassen hatte. Eine geistige Elité flüchtete aus der Wirklichkeit in ein selbstgeschaíTenes exklusives Land der Phantasie, huldigte einem neuen Schönheitskult und grenzte sich auch von mitunter als brutal empfundenem Realismus ab. So heiBt es z. B. in Wildes »Bildnis des Dorian Gray«: »Wir habén