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UND DAS IST PERSIEN
9. Januar
Eine milchweiße Wolke erscheint breit hingelagert über dem Meer. Aber siehe da, die oberen Ränder der Wolke sind wie mit der Säge aus dem blauen Himmel geschnitten und wie mit der Feile gerippt: es sind schneebedeckte Berge. Das ist Persien! Der „Polujan" schaukelt gemächlich durch das Kaspische Meer. Die Schneeberge verschwinden im Dunst des Mittags, gegen Abend kommen sanftgewellte Vorgebirge in Sicht, und als es Nacht wird, tanzt eine dünne Linie von Lichtern am Horizont.
Das ist Enseli, heute zu Ehren Riza Schahs Pählevi genannt.
Ein Schwärm von braunen schreienden Lastträgern stürmt meine Kabine und schleppt das Gepäck hinaus. Die Luft ist lind, der Winter von Baku liegt in weiter Ferne. In den Gärten stehen Orangenbäume, reich mit Früchten behangen.
Der Hafen, wo die Dampfer anlegen, befindet sich nicht in der kleinen, freundlichen Stadt Pählevi selbst, sondern ihr gegenüber in einem Vorort namens Kasian. Hier liegen die Zollschuppen und Zollhöfe. Lastträger schleppen Säcke auf den gebeugten Rücken, einer hinter dem andern. Hier liegt auch der kleine, recht bescheidene Gasthof „Hôtel de l'Europe", mit einer himmelblauen Treppe, einem entzückenden Garten und einem alten Klavier, das zwei russische Mädchen am Abend vierhändig bearbeiten. Vor dem Gasthof, der von Russen geführt wird, rattert ein Dutzend