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Eduard Claudius
„Grüne Oliven und nackte Berge"
Dies ist ein ungewöhnliches Buch, und daß es geschrieben und verlegt wurde, ist eine Tat.
Aus diesen Seiten steht Spanien auf, das am Anfang des heute Geschehenden stand: Spanien mit seiner harten und schmerzlichen Landschaft, den blutenden Städten, seinem weisen und stolzen Volk und den Unvergeßlichen, die aus allen Ländern kamen, um Spanien leben zu helfen. Claudius ist einer von ihnen, einer von den wenigen, die zurückkamen, und nun legt er Zeugnis ab für die anderen: für Alberts Unbeugsamkeit, für Fernando, der sich tötet, um die Freunde zu retten, für den Jungen Juan, der zu den deutschen Kameraden ins André-Bataillon geht, um zu lernen, was Selbstverleugnung und Disziplin ist, für den kleinen Juden Samuel, der ein großer Held ist und mit zweihundert Splittern im Leib nicht sterben will, um noch den Sieg sehen zu können.
In diesen Seiten ist die braunrote Erde und der wilde Salzwind, der vom Meere kommt, Trunkenheit und Gier der einsamen Männer, die ihrem inneren Gesetz vertrauen dürfen („Wir können nicht mehr so sein wie andere", sagt Samuel im Bordell und meint: Wir können uns und andere nicht erniedrigen), und das wehrlose Warten in Löchern unter den niedrig streifenden Jägern der Faschisten, Märsche und Müdigkeit, der irrsinnige, angstvolle Rausch des Häuserkampfes, die geschoßdurchsiebten Wände der Ambulanzen, die Erinnerung an Frauen und Kinder, die in der versklavten Heimat zurückblieben.
Was dieses Buch hinaushebt über das meiste, das in diesen Jahren geschrieben wurde, ist, daß sein Verfasser ein Dichter ist. Und ein Dichter ist etwas ungemein Seltenes. Die naturgetreue Schilderung eines Vorganges genügt nicht, um uns zu ergreifen, für immer etwas in unser Gedächtnis zu senken, genügt nicht, um uns zu ändern. Das Wahre, das für unerschütterlich richtig Befundene muß vom Winde des Dichterischen angeweht sein, um in seiner ganzen Bedeutung vor uns zu treten. Das Richtige : wir greifen es in der gelähmten Angst Marcels, die die Angst seines Volkes war, das den Krieg kommen sah und ihn nicht kommen sehen wollte, wir greifen es im Gespräch Jaks auf der Prä-