Bővebb ismertető
Über dieses Buch:Die Frankfurter Vorlesungen zur Poetik sind seit längerem zu einem wichtigen Forum für Schriftsteller und Dichter geworden, die der Literaturwissenschaft neue Ansätze vermitteln wollen. Im Januar und Februar 1967 war es Reinhard Baumgart, der in fünf kritischen Vorträgen seinen Beitrag zur Erneuerung der Literatur geleistet hat. Dabei geht er aus von der Krise des Realismus. Er beschreibt Parteilichkeit und Moralität als ästhetische Kategorien und weist sie nach an der Gattung des Romans. Im Vergleich zwischen Roman und Film entwickelt er die Konzeption der dokumentarischen Literatur. Gerade weil er jedes unkritische Engagement zurückweist, setzt sich Baumgart in schärfsten Gegensatz zur wertfreien Literatur und Wissenschaft. Seine Skepsis gegen kurzfristige Wirksamkeit von Literatur legitimiert die Reflexionen über deren Zukunft, die Baumgart in der Möglichkeit erkennt, schreibend die Notwendigkeit von Veränderung zu demonstrieren, der Hoflhung auf sie Hoffnung zu machen. - Es wird die Aufgabe einer kritischen Germanistik sein, die von Baumgart in der Literatur konstatierte Tendenz zur Utopie nicht nur ästhetisch nachzuweisen, sondern auch gesellschaftlich wirksam werden zu lassen.