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BERGVÖLKER IM HIMALAJAGeprägt von der unberührten Landschaft, von den nahen Bergen und den Naturgewalten sind die Bergvölker im Himalaja vielfach feinfühlig, teilweise hochkultiviert, doch materiell arm. Ihr autarkes Leben, das nur eine Arbeitsteilung am Rande des Ganzen kennt, steht in vielem im Widerspruch mit unserer Industriegesellschaft, läuft aber Gefahr, mehr und mehr verwässert zu werden.Es ist nicht Zweck dieses Buches, noch halte ich es für meine Aufgabe, dies zu verhindern. Ich möchte in diesem Buch nur ein Bild dieser Bergvölker zeichnen, ein Bild aus Stimmungen und Augenblicken, die ich im Laufe zahlreicher Expeditionen bei diesen Menschen in Nepal, Pakistan und Hunza in mich aufgenommen habe, die ich festhalten und hier als Ganzes wiedergeben möchte. Ich habe die Menschen dort oben so fotografiert, wie sie heute leben. Auch habe ich nicht die verzweifelten und äußersten Fälle herausgegriffen, sondern die normalen.Die Bergvölker stehen heute auf völlig verschiedenen Entwicklungsstufen. Die einen beginnen mit der Rodung, andere stehen in ihrer Blüte, viele sind dabei, als eigenständige Gemeinschaft zu sterben.Nach und nach werden sie wohl alle - ob mit oder ohne Tourismus - ihre ursprüngliche Lebensform aufgeben und eine neue suchen. Die Entwicklungshilfe wird diesen Prozeß höchstens stören, nicht aber aufhalten können.Vielleicht weiß der Bergbauer im Unterbewußtsein, daß er mit dem ungeteilten Leben eine Art Paradies aufgibt, ein herbes, aber zeitloses Paradies, eine Welt voller Harmonie und Würde des Menschen. Wer aber ist bereit zu frieren und zu hungern, wenn eine satte und bequeme Zukunft lockt, besonders dann, wenn das Wissen um die Selbstzerstörung fehlt, die notwendig ist, um zu neuen Ufern zu gelangen.