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Eine unvergleichliclie und weltweit bekannte Schöpfung der ungarischen Renaissancekultur war die Bibliothek des Königs Mattliias Corvinus (1458-1490). Sie erreichte nicht nur den höchsten europäischen Stand jener Zeit, sondern übertraf auch alle Sammlungen, die sich damals in ihrer Art - zumindest nördlich der Alpen - fanden.'^ Warum aber war gerade Buda, der Hof des Königs von Ungarn, der Ort, wo außerhalb Italiens die erste große humanistische Fürstenbibliothek entstand? War es lediglich Pralilerei, leere Prunkliebe oder...
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Eine unvergleichliclie und weltweit bekannte Schöpfung der ungarischen Renaissancekultur war die Bibliothek des Königs Mattliias Corvinus (1458-1490). Sie erreichte nicht nur den höchsten europäischen Stand jener Zeit, sondern übertraf auch alle Sammlungen, die sich damals in ihrer Art - zumindest nördlich der Alpen - fanden.'^ Warum aber war gerade Buda, der Hof des Königs von Ungarn, der Ort, wo außerhalb Italiens die erste große humanistische Fürstenbibliothek entstand? War es lediglich Pralilerei, leere Prunkliebe oder Nachahmungstrieb, was den König zur Anlegung seiner Bibliothek veranlaßte? War sie einer Zufälligkeit, der geistigen Potenz oder Laune einer einzigen, allerdings genialen Persönlichkeit zuzuschreiben ? War es eine Sammlung von Kunstgegenständen von unermeßlichem Preis, die durch ihren äußeren Pomp bestrickte, inhaltlich aber ziemUch gleichgültig war? Eine Sammlung, die mit einemmal fast aus dem Nichts entstand und nach kurzem Glänzen wieder dahinschwand, ohne eine fühlbare Wirkung zu hinterlassen? Wurde die Bibliothek, etwa als obligates Zubehör eines königlichen Hofes in italienischem Stil, auf Wunsch der Beatrix von Aragonien angelegt, als sie 1476 nach Ungarn kam ? Historische Tatsachen beweisen es anders; Die BibLiotheca Corviniana gehört organisch in die Entwicklung der ungarischen Kultur, in die der ungarischen Buch- und Bibliotheksgeschichte. Eine logische Kette von Ursache und Wirkung führt von dem Vorangegangenen und Gegebenen zu der Bibliotheca Corviniana, die keinesfalls nur ein huchmnseum war, sondern eine auf inhaltUche Werte bedachte Bibliothek, entstanden mit dem Ziel, die großen Schöpfungen des menschlichen Geistes zu sammeln, und deren Einfluß auf den mitteleuropäischen Humanismus nicht ausblieb. Der Glanz und der Prunk, mit dem die Codices ausgestattet wurden, sollten nur der würdige Rahmen ihres hohen inneren Wertes sein. Eine lange Zeit war seit etwa dem Jahre 1000 vergangen, als im Benediktinerstift inPannonhalma in einer bescheidenen Wandnische die einige Dutzend Bücher® zählende erste ungarische Bibliothek eingerichtet wurde. Eine lange Zeit bis zum Jahre 1489, als der florentinische Humanist Bartolomeo della Fönte erklären konnte, Lorenzo de' Medici habe seine griechisch-lateinische Bibliothek, angeregt durch das Beispiel des ungarischen Königs, gegründet.® In dem inzwischen vergangenen fast halben Jahrtausend war die Buchkultur in Ungarn denselben Weg gegangen wie in anderen Ländern Europas.^ Zur Ausrüstung der Kirchen, zum mönchischen Leben, für die Schulen der Klöster und Domkapitel wurden mehr und mehr Bücher benötigt. Ungarische Scholaren, die auf ausländische Universitäten zogen, wurden mit den philosophischen, theologischen und juristischen Büchern bekannt, aber zweifellos konnten auch die ungarischen Universitäten und Hochschulen von Pécs, Óbuda und Veszprém sowie auch die Hochschulen (Studiumgenerale) der Dominikaner und Augustiner nicht ohne kleinere oder größere Bibliotheken auskommen. Schon seit dem 13. Jahrhundert sind prächtige Handschriften erhalten, die beweisen, daß die Kunst der Buchmaler am Hofe ungarischer Könige nicht hinter der im Ausland zurückstand.® Als sich das schriftliche Verfahren bei den Amtshandlungen durchsetzte, wurden in der königUchen Kanzlei, aber auch an anderen Orten, im lateinischen Lesen und Schreiben gewandte Schreiber in großer Zahl benötigt, die auch Handschriften zu kopieren verstanden. So dürfte es zu Beginn des 15. Jahrhunderts zwischen Ungarn und den westlichen Ländern in bezug auf die Buchkultur keinen Unterscliied mehr gegeben haben. Mit all dem ist aber nur gesagt, daß ein fruchtbarer Boden vorhanden war, der eine spätere Entwicklung ermöglichte. Damit die ungarische humanistische Buchkultur zu einer andere Länder überragenden Blüte gelangen koimte, war freilich das Zusammentreffen weiterer glücklicher Umstände nötig. Ein solcher glücklicher Umstand war vor allem die nicht nur gelegentliche, sondern ständige und enge Verbindung, die im 14. Jahrhundert zwischen Ungarn und Italien bestand. Die aus dem neapolitanischen Zweig der Anjous stammenden ungarischen Könige, ihre verwandtschaftlichen Beziehungen, die Feldzüge Ludwigs des Großen (1342-1382) brachten fortgesetzt neue

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Cím: Bibliotheca Corviniana [antikvár]
Szerző: Csaba Csapodi , Csapodi Csaba , Csapodi-Gárdonyi Klára Klára Csapodi-Gárdonyi
Kiadó: Corvina Kiadó-Magyar Helikon
Kötés: Vászon
ISBN: 9631305279
Méret: 240 mm x 340 mm
Csaba Csapodi művei
Csapodi Csaba művei
Csapodi-Gárdonyi Klára művei
Klára Csapodi-Gárdonyi művei
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