Bővebb ismertető
Brauchtum ist ein Gru aus der guten alten Zeit - sagt der Volksmund, obwohl die alte Zeit manchmal gar nicht so gut war. Viele Bräuche, die uns bis heute romantisch und erhaltenswert erscheinen, und an denen unser Herz hängt, gehen auf recht prosaische Ereignisse zurück. Und man sollte auch nicht vergessen, daß die zwei jetzt wiedervereinten Teile Deutschlands auf diesem Gebiet in den letzten 45 Jahren sehr unterschiedliche Wege gegangen sind. Denn in der ehemaligen DDR wurde die Brauchtumspflege bis Mitte der siebziger Jahre unterdrückt. Später setzte bei SED und Massenorganisationen ein Umdenken ein. In Folklore-Zentren organisiert, sollte nun die Pflege des kulturellen Erbes unter sozialistischem Vorzeichen die Heimatliebe der Bürger fördern helfen. Landauf, landab lebten so Feste alten Namens wieder auf, die zu einer Mischung aus Propagandaveranstaltung und Leistungsschau mit bunten Einsprengseln regionaler Folklore umgestaltet wurden.Brauchtum und Feste gehören oft zusammen, denn zu den großen kirchlichen, historischen, bäuerlichen oder heidnischen Festen entfaltet das Brauchtum seine ganze Pracht, und andererseits gestalten die überlieferten Bräuche örtliche Feierlichkeiten, traditionelle Umzüge und Schützentreffen zu besonderen Festen aus. Und es ist bemerkenswert, daß in unserer hochtechnisierten, computergesteuerten Zeit immer mehr junge Menschen ihre Liebe zur Tradition entdecken und pflegen.Das gilt, abgesehen von den allerorts zu findenden Volksmusikveranstaltungen und Trachtenumzügen zwischen Nord- und Ostsee, Schwarzwald, Harz und Alpen, vor allem für die bäuerlichen Feste im Jahreslauf. Mit Feuerwerk und Peitschenknallen, mit Böllerschüssen und lärmendem Herumtollen abschreckend vermummter Gestalten wird den bösen Geistern der Garaus gemacht und das neue Jahr vor ihnen geschützt. Und daneben versuchen die Menschen sich ein wenig Glück und Wohlstand für die kommenden zwölf Monate zu sichern. Sie schenken sich Glückssymbole wie Kleeblätter, Hufeisen oder kleine Schornsteinfeger aus allen möglichen Materialien, verwahren eine Schuppe des Silvesterkarpfens im Portemonnaie oder versuchen, beim Bleigießen ihr bevorstehendes Schicksal zu deuten.Am 6. Januar beginnt dann die Vörfastenzeit, in der man nicht nur die Dämonen des Winters vertreibt, sondern auch die bereits länger werdenden Tage feiert. In Bayern nennt man diese tolle Zeit Fasching, in Rheinland-Pfalz Fastnacht und in Nordrhein-Westfalen oder Neubrandenburg Karneval. Neben