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Zu dem Buch
Das Thema der vorliegenden Habilitationsschrift wurde vom Verfasser auf Empfehlung von DDr. Paul M. Zulehner, der im späteren den Verlauf der Arbeit mitverfolgte, gewählt, und auch die ungarischen Bischöfe Gyulay und Dankö ermunterten den Verfasser, sich dieser Thematik anzunehmen. Bischof Dankö bekräftigte seine moralische Unterstützung mit dem Hinweis, der Verfasser würde mit der Erstellung einer solchen Untersuchung der Kirche Ungarns einen bedeutenden Dienst erweisen.
Rückblickend auf die erst vor wenigen Jahren zu Ende gegangene 40jährige Epoche kommunistischer Diktatur bzw. Gängelung der Kirche Ungarns (1948-1989) erscheint es durchaus sinnvoll, das Lebenswerk einer der markantesten - wenn auch umstrittensten und vielleicht gerade deswegen über die Landesgrenzen hinaus bekannt gewordenen - Persönlichkeiten der Kirche Ungarns, den Piaristenpater György Bulänyi, und die von ihm ins Leben gerufene "Bokor"-Bewegung wissenschaftlich zu durchleuchten.
Wie aus der Studie hervorgeht, ging der Anstoß zur Gründung solcher religiöser Bewegungen von Rom aus, uzw. in dem Bestreben, den nach dem 2. Weltkrieg in den Machtbereich der Sowjetunion geratenen katholischen Gemeinschaften innerhalb der Kirchen Ost-und Ostmitteleuropas Möglichkeiten und Wege aufzuzeigen, wie sie inmitten der zu erwartenden brutalen Kirchenverfolgungen überleben konnten. Wie sich allerdings schon nach wenigen Jahren zeigte, mußte die inzwischen verunsicherte kommunistische Staatsmacht von ihrer ursprünglichen Absicht, die Kirche zu vernichten und die Religion auszurotten, abgehen und im Interesse des eigenen Überlebens Kompromisse schließen. Rom nahm die Chance wahr, mit dem kommunistischen Staat einen Dialog in die Wege zu leiten und begann seine sog. "Ostpolitik". Es war wohl kein Zufall, daß die wichtigsten Schritte dieser "Ostpolitik" gerade in Ungarn realisiert werden konnten, - in einem Land, das einerseits für seine Romtreue bekannt war und in dem andererseits Kirche und Staat traditionsgemäß von jeher Hand in Hand arbeiteten.
Konflikte innerhalb der Landeskirchen als Folge dieser auf Kompromisse ausgerichteten "Ostpolitik" Roms waren vorprogrammiert. So wäre auch für P. Bulänyi und seine "Bokor"-Bewegung die schwerste Prüfung nicht etwa eine neuerliche Kirchenverfolgung gewesen; viel härter traf sie das 1964 vom Hl. Stuhl und der ungarischen Regierung unterzeichnete Teilabkommen, das die Strategie des Widerstandes gegen eine Strategie des Dialoges austauschte. Aus der Sichtweise P. Bulänyis bedeutete dies nicht mehr und nicht weniger, als daß der Hl. Stuhl jene Grundsätze, auf die er, Bulänyi - auf Wunsch des Hl. Stuhles - sein Leben gesetzt hatte, nun aufgab. - Dieser Widerspruch dürfte bei allen in der Folge aufgetretenen kirchendisziplinarischen Verwarnungen seitens der Kirchenleitung und Konflikten bezüglich Verstöße seitens Bulänyis gegen die offizielle Lehre der Kirche eine Schlüsselrolle gespielt haben. Trifft diese Annahme zu, so wäre das zweifellos ein geeigneter Ansatzpunkt, an dem mit der kirchlichen Integrierung P. Bulänyis und der "Bokor"-Bewegung zu beginnen wäre: Es könnte offiziell anerkannt und offen ausgesprochen werden, welchen Dienst die Genannten durch üir standhaftes Durchhalten in den Zeiten der Kirchenverfolgung und durch ihren konsequenten Widerstand für das Überleben der Kirche Ungarns geleistet haben. Es mag als paradoxe Tragik erscheinen, daß gerade der Umstand, daß es