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Der Marktjunge
Eine schwere Zeit lastete um das Jahr 1959 auf Kuba. Sechs Jahre war Camilo alt. Er war barfuß und mit nichts bekleidet als mit einem schäbigen Hemd und einer ganz zerfransten Hose. Ab und zu sprach er auf dem Markt eine gutgekleidete Frau an und fragte, ob er den Korb mit den Einkäufen nach Hause tragen dürfte. Damit verdiente er sich ein paar kleine Münzen.
Beim Ansprechen der Damen mußte er aber gut aufpassen, daß er nicht unerwartet einen wohlgezielten Schlag von einem Polizisten erhielt und als Betteljunge vertrieben wurde. Damals herrschte auf Kuba ein gewisser Batista. Er war beim ganzen Volk verhaßt. Man sagte von ihm, er hätte aus der Insel eine Kolonie der Yankis gemacht. In ihrem Auftrag unterdrückte er das spanisch sprechende Volk. Manchmal hockte er auch vor der Hütte, die sein lahmer und einäugiger Großvater aus Brettern und Blech zusammengebaut hatte. Daß sie ganz schief war, störte nicht so sehr. Schlimmer war, daß es bei Tage vor Hitze kaum drin auszuhalten war. Nur zum Schlafen ging die Familie hinein, Großvater, Mutter, Vater und Camilo. Vor dieser elenden Hütte hockte der Junge deshalb, weil gegenüber in einem weißen Hause Yankis wohnten. So nennt man auf Kuba die Nordamerikaner. Die Yankifrau nahm ab und zu den noch recht schmalen, aber anstelligen Camilo zum Einkaufen mit. Bei ihrer Rückkehr durfte er mit in das weiße Haus, um den Marktkorb abzusetzen. Während er darauf wartete, daß sie aus ihrer Handtasche die Münzen für ihn nahm, konnte er sich ein wenig umschauen.
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