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EINLEITUNG
Als fremder und wenig beachteter Gast tritt das Wort Capriccio in der deutschen Sprache auf. Nicht allzu viele kennen es. Wie ein sonderliches Kind des Südens, das keiner ganz begreift, wiegt es sich mit zierlicher Gebärde etwas unberechenbar und keck inmitten nördlicher Gefährten, Nur die Musiker leben mit ihm auf vertrauterem Fuße. Ihnen hat es seit langem mancherlei zu sagen. Komik, Phantasie, Laune und Leichtigkeit moussieren in ihm. Wenn sie eine Komposition in freier Form mit geistreichen Spaßen und rhythmisch pikanten Wendungen spielen, wenn die Töne hüpfen, als ob ein ausgelassenes Böcklein übeinnütig Kapriolen schlägt, dann sprechen sie von einem Capriccio. In der Ästhetik der Musik hat der Ausdruck seinen festen Plalx. Dann und wann haben sich auch die Dichter dem ungewöhnlichen Worte zugewandt. E. T. A. Hoffmann hat es sogar als literarische Formbestimmung unter eines seiner mutwilligsten Märchen gesetzt. Er verstand darunter die lockere, skizzenhafte Ausführung einer scherzhaften Idee, verwegen-launisches Spiel, eine kurze Erzählung, die das Ausgelassene, Phantastische und Groteske pflegt.
Wenn die hier vorgelegte Auswahl komischer Erzählungen aus dem Kreis romantischer und vormärzlicher Spottdichtung die Sammelbezeichnung „Capriccios" führt, so hat das seinen guten Sinn. Sie betont einmal die Leichtigkeit und Grazie, mit der all diese Stüdie hingesetzt sind, das Unbeschwerte