Bővebb ismertető
Der vorliegende Bildband soJl keine umfassende Weber-Biographie ersetzen. Er hat die Aufgabe, wichtige Ereignisse, Beziehungen und Ergebnisse eines zwar kurzen, aber inhaltsreichen Lebens vorzuführen. Wenn die Bildunterschriften eine Biographie in nuce ergeben, dann ist das ein erwünschtes, aber keinesfalls bewuBt angestrebtes Ergebnis. Der Wert einer Bildpublikation üegt neben der dokumentarischen Beweiskraft in der Anschaulichkeit, mit der Welt und Umwelt eines Meisters dargestellt werden können. DaB dabei nicht auf das Schaffen im einzelnen eingegangen werden kann, daB keine Analysen und Deutungen möglich sind, ist selbstverstándlich. Die Wahl des Gegenstandes Carl Maria von Weber dürfte vor allém bei den Musikliebhabern keine Verwunderung auslösen. Die Musik Webers wird gehört und geliebt wie die weniger Meister seines Ranges. Die Wissenschaít hat Weber bisher weniger mit Zuneigung bedacht, mit Mühe und Not füllen die über ihn erschienenen Bücher, Schriften, Kataloge, gesammelten Aufsátze usw. ein kleines Regalfach. Noch fehlt eine Sammlung der Briefe, noch ist sein Tagebuch unveröffentlicht. Sicher gehen dadurch keine völlig unbekannten Züge des Meisters verloren, aber viele liebenswürdige Details würden zutage treten, die für eine umfassende Darstellung seines Lebens und Schaffens bedeutungsvoll waren. Als Gráf Kari von Brühl, der groBe Gönner Webers, dem Staatskanzler Fürst Hardenberg im Február 1815 Weber als Dirigenten für die Berliner Oper empfehlen wollte, schrieb er: . . .Dieser Mann glánzt nicht alléin als geistvoller, feuriger Compositeur, sondern hat auch im ganzen Umfange der Kunst, Poesie und Literatur die ausgebreitetsten Kenntnisse und zeichnet sich dadurch vor den meisten musikalischen Künstlern aus. Eine bei aller Kürze treffendere Charakterisierung Webers und der Vielfalt seiner Begabung láBt sich nicht denken. Sie ist umso bedeutungsvoller, als Weber im Grafen Brühl einen stets tatkráftigen Förderer fand. Als Weber auf der Fahrt nach London sich in Paris mit den führenden Musikern der Zeit traf, versuchte auch Hector Berlioz ihn, den er sehr verehrte, kennenzulernen. In seinen Memoiren schildert er das vergebliche Mühen. Wie sehr wünschte ich, ihn zu sehen! Mit welchem Herzklopfen verfolgte ich ihn an jenem Abend . .. Meine Yerfolgung war vergeblich . . . Im Gegensatz zu den Erscheinungen in Shakespeares Dichtungen blieb er allén Menschen sichtbar, unsichtbar nur einem einzigen. Ganzé Seiten füllt Berlioz mit Ausdrücken grenzenloser Bewunderung. Er rühmt Webers schlichte Wahrhaftigkeit, seine stolze Ursprünglichkeit, seinen Hafí gegen den Formelkram. Es spricht ihn an, daB die Personen im Freischütz aus dem Leben des Volkes gegriffen sind. Einen groBen Absatz widmet er dem Oberon und seiner göttlichen Poesie. Vielzitiert ist der Ausruf Berlioz' in seiner berühmten Instrumentationslehre am Ende der Ausführungen über die Klarinette: 0 Weber!! Einen Bewunderer fand Carl Maria von Weber auch in Pjotr I. Tschaikowski, der in seinen Kritiken mehrfach über Weber schrieb und trotz gewisser Einschránkungen erkennen láBt, daB er ein feines Gefühl für die Ausnahmestellung der Euryanthe hatte und begeistert vom Freischütz und vom Oberon war. Ein paar Sátze aus denWeber-Kritiken seien angeführt. ... Aber dafür gibt es fast keinen Künstler, dessen musikalische Persönlichkeit ebenso originell, eigenartig und gleichzeitig sympathisch wáre. Dieses Sympathische besteht vor allém in der Wárme, in der Unmittelbarkeit der Eingebungen. dem vollstándigen Fehlen von Künstelei und technischer Anstrengung ... In der musikalischen Charakteristik ist er ein Meister, dem höchstens Mozart gleichkommt. Die tráumerisch-sentimentale Agathe, ihre leichtsinnige Freundin Ánnchen, der charakterlose Max, der energische Kaspar, sogar eine solch episodische Rolle wie der Eremit, alle diese Gestalten sind von ihm mit einer solchen wahrheitsgetreuen Ausstrahlung, mit einer solchen Liebe und einer strengen