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Angelo Walther Rosalba Garriera
Rosalba Carriera war eine der wenigen Malerinnen bis zum achtzehnten Jahrhundert, die europäische Berühmtheit erlangten. Sie wurde 1675 in Venedig geboren, wo sie bis auf einige Reisen - 1720/21 nach Paris, 1723 nach Modena und 1730 nach Wien - ihr Leben verbrachte und auch 1757 starb, nachdem zunehmende Erblindung sie schon seit etwa 1746 am Schaffen gehindert hatte. Sie heiratete nicht, wohnte mit ihrer Mutter und ihren Schwestern zusammen und widmete sich ganz der künstlerischen Wiedergabe der menschlichen Gestalt, die in ihren Arbeiten zumeist im Ausschnitt des Brustbildes, seltener der Halbfigur erscheint, zuweilen mit allegorischer, mythologischer oder religiöser Bedeutung, häufiger jedoch als Porträt, wobei die Darstellungen weiblicher Personen überwiegen. Hatte Rosalba anfangs Miniaturen gemalt, so wandte sie sich seit etwa 1703 größeren Formaten zu und damit dem Gebrauch der Pastellkreiden. Das vorher nur zeichnerisch-linear angewandte Pastell bildete sie als erste im Sinne von flächenfüllender Malerei aus und brachte es in Mode, gefolgt zunächst vor allem von französischen Malern wie Maurice Quentin de La Tour, Jean-Etienne Liotard und Jean Baptiste Peronneau, die alle eine Generation jünger waren. Mit den auf rauhem Malgrund - bei Rosalba Carriera zumeist Papier - weich vertriebenen, matten, hellen Trockenfarben, die mit feinem Schmelz die Wiedergabe zartester Stofflichkeit ermöglichen, entsprach