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ERSTES KAPITEL
Ach, waren das schöne Zeiten, als ich heiratete und aus meinem Dorf nach Rom kam! Ihr wißt doch, wie es in dem Liede heißt:
Geht erst die Bäuerin dem Altar zu,
kriegt der eine das Band und der andere den Schuh.
Ich aber gab meinem Manne alles. Band und Schuh, weil er mein Mann war und weil er mich nach Rom brachte; denn ich freute mich auf Rom und wußte nicht, daß mich gerade dort das Unglück erwartete. Ich hatte ein rundes Gesicht, schwarze, große starre Augen und schwarzes Haar, das mir fast bis an die Augen wuchs und das ich in zwei Zöpfen trug, fest wie Stricke. Mein Mund war korallenrot, und wenn ich lachte, sah man zwei Reihen weißer, regelmäßiger schmaler Zähne. Ich war damals kräftig und konnte bis zu einem halben Zentner auf dem Kopf tragen. Mein Vater und meine Mutter waren Bauern, aber sie hatten mir eine Ausstattung mitgegeben, die einer Prinzessin würdig gewesen wäre: dreißig Bettlaken, dreißig Hemden, dreißig Unterhosen, alles aus schwerem, von der Mutter selbst handgesponnenem und gewebtem Leinen, und einige von den Bettlaken waren auf der Seite, die man sieht, wunderschön und reich bestickt. Ich hatte auch Schmuck, mit Korallen von der wertvollsten Sorte: dunkelrot; die Halskette ganz aus Korallen, die Ohrringe aus Gold mit Korallen, dazu einen Goldring mit einer Koralle und sogar eine Nadel, auch aus Gold und Korallen. Außerdem besaß