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Piano Man
Als die U-Bahn endlich mit kreischenden Bremsen in der Franklin Street Station hielt, war Brooke schon ganz schlecht vor Nervosität. Zum zehnten Mal in zehn Minuten sah sie auf die Uhr und versuchte sich einzureden, dass davon die Welt nicht unterging - ihre Freundin Nola würde ihr verzeihen, sie musste ihr einfach verzeihen, auch wenn Brooke fast schon verboten spät dran war. Sie quetschte sich durch den brechend vollen Wagen, hielt unwillkürlich den Atem an inmitten all des Geschiebe und Gedränges und ließ sich dann mit dem Menschenstrom zur Treppe hin treiben. Wie auf Kommando zogen alle zugleich ihre Handys aus den Taschen, stellten sich schweigend in langer Reihe an und marschierten zombiehaft die rechte Seite der Stufen hinauf, während sie gebannt auf die winzigen Bildschirme in ihren Händen starrten.
»Shit!«, hörte sie eine füllige Frau weiter oben rufen, und bald wusste sie auch, warum. Der Regen traf sie mit aller Macht und ohne Vorwarnung, sobald sie aus dem Treppen-Schacht kam. Der Märzabend, der vor zwanzig Minuten nur kühl, ansonsten aber ganz annehmbar gewesen war, hatte sich in ein eisiges, tosendes Inferno verwandelt, in dem man, von Wind und Regen gepeitscht, gründlich und gnadenlos durch-nässt wurde.
»Verdammter Mist!«, schimpfte sie mit all den anderen, die sich hektisch abmühten, Regenschirme aus den Aktentaschen zu zerren oder Zeitungen über ihre Köpfe zu drapieren. Da sie sich nach der Arbeit noch schnell zu Hause in Schale