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VORWORT ZUM NEUDRUCKEs ist zweifellos recht ungewöhnlich, daß ein wissenschaftliches Werk nach 70 Jahren eine unveränderte Neuauflage erfährt, und Leser und Benutzer haben ein Recht, zu erfahren, aus welchem Grund und zu welchem Zweck eine solche erfolgt.Es besteht unter den Sinologen keine Meinungsverschiedenheit darüber, daß eine Grammatik der klassischen chinesischen Sprache ein vordringliches Bedürfnis für Forschung und Lehre ist, und ebensowenig darüber, daß die einzige wissenschaftlichen Ansprüchen genügende eben die seit Jahrzehnten vergriffene von Georg von der Gabelentz ist. Der Außenstehende mag darauf fragen, wieso denn heute, wo die Umgangssprache das Medium der wissenschaftlichen ebenso wie der schöngeistigen Literatur Chinas geworden ist, eine Grammatik der Schriftsprache noch für den ausländischen Studierenden des Chinesischen ein Bedürfnis sei. Ihm muß erwidert werden, daß die Umgangssprache so eng mit der klassischen Sprache verbunden ist, daß ihre richtige Erlernung und Beherrschung weder für den, der sie sprachwissenschaftlich verstehen will, noch für den, der sie praktisch als Übersetzer und Dolmetscher meistern will, ohne Kenntnis der klassischen Sprache möglich ist. Der von Mao Tse-tung ausgesprochene Grundsatz aus dem alten China das neue schaffen, der die ganze Kulturpolitik des heutigen China bestimmt, gilt auch für die Sprache. Die unendhchen Schätze, die Chinas Sprache und Literatur seit 4000 Jahren angesammelt haben, sollen und werden auch weiterhin zum Bestand der Volksbildung gehören, und was der Chinese in seinem Bildungsgang