Bővebb ismertető
VORWORTDie Zwölf Concerti grossi op. 6 sind monumentaler Höhepunkt und Abschlu der Entwidlung des Instrumentalkomponisten Händel. Wie sein unmittelbarer Vorgänger das Concerto grosso in C-dur (1736), das sogenannte Alexander-Fest-Konzert war Opus 6 wohl in erster Linie als Material für Zwischenaktmusiken konzipiert, die in Händeis damalige Oratoriums- und Kantatenaufführungen eingeschaltet werden sollten. Die zwölf Konzerte dieses späten magnum opus" sind in der kurzen Spanne vom 29. September bis 30. Oktober 1739 komponiert worden. Die bis auf die beiden ersten Sätze von Opus 6 Nr. 5 vollständig erhaltene Eigenschrift vermerkt das Vollendungsdatum jedes einzelnen Konzerts mit Ausnahme von Opus 6 Nr. 9. Am 21. April 1740 wurde die mit dem Datum vom 29. Oktober 1739 bereits einen Tag vor der Fertigstellung des zuletzt komponierten der zwölf Konzerte (Nr. 11) erstmalig öffentlich angezeigte Subskriptionsausgabe des Opus 6 bei John Walsh, London, veröffentlicht. Trotz des späten Entstehungsdatums sind die zwölf Konzerte des Opus 6 noch dem stilistischen Modell Corellis verpflichtet, dessen beispielgebende Sammlung zwar erst 1712 in Amsterdam erschien, aber wohl schon um 1682 konzipiert worden war. Händeis lebenslange Hinneigung zu archaistischen Formtraditionen kommt nirgends sinnfälliger zum Ausdruck als in dem gewaltigen Werk aus den Herbstwochen von 1739, das beinahe der letzte Beitrag zur Spezies des Concerto grosso überhaupt geblieben ist. Fast jedes Konzert des Opus 6 zeichnet sich durch Höhepunkte melodischer und kompositionstechnischer Inspiration aus, die selbst in Händeis Lebenswerk vereinzelt sind. End-lich feiert Händeis Fähigkeit, breite, einheitliche Stimmungskomplexe zu schaffen, gerade in Opus 6 ihre schönsten Triumphe. Daneben verschlägt es wenig, daß Händel auch hier gelegentlich auf älteres Material zurückgreift und sich selbst oder andere parodiert". Doch sind die Fälle, in denen die Musik dieser Konzerte auf präexistente Modelle zurückgeht, gering verglichen mit dem allgemeinen Parodiecharakter, der etwa in Opus 3 vorherrsdit. Es gibt wenig Werke des reifen Händel, die einen ähnlich hohen Anteil an originaler thematischer Erfindung mit eigenwilliger formaler Konzeption aufzuweisen haben.*Das viersätzige Konzert Nr. 7 in B-dur wurde am 12. Oktober 1739 vollendet. Es unterscheidet sich von seinen Vorgängern durch betonte Einfachheit der orchestralen Anlage. Aufspaltung in Concertino und Ripieno kommt so gut wie gar nicht vor; auch läßt der Wegfall des Violoncello conc. darauf schließen, daß Händel das Stück nur mit einem Cembalo ausgeführt wissen wollte im Gegensatz zu den früheren Konzerten der Serie, als deren wesentlichstes Stilmoment die obligate Aufteilung in Concertino und Ripieno mit den diese beiden Gruppen begleitenden zwei Cembali zu gelten hat*. Der betont populäre Charakter des Kon-* Die Partitur der vorliegenden Ausgabe enthält immer noch eine separate Violoncello-concertino-Stimme im ersten bis dritten Satz des VII. Konzerts. Diese ist aber bis auf wenige Takte im ersten und dritten Satz mit der Basso"-Stimrae identisch. Im vierten und fünften Satz hat Händel das Violoncello concertino völlig eliminiert. Diese Separatstimme ist daher für die beiden letzten Sätze des Konzerts audi in der vorliegenden Ausgabe weggefallen. Näheres hierüber enthält der in Fußnote 1 auf S. IV genannte Krit. Bericht, S. 50.II