Bővebb ismertető
E^s war in Wien an einem Sonntag im Frühling 1959. Das Wetter J war regnerisch und das Kunsthistorische Museum war nicht zuletzt infolgedessen von Besuchern überfüllt. Die klassischen Meisterwerke der europäischen Malerei hingen zur Schau vor Gleichgültigkeit, Neugierde und echtem Interesse, vor Unwissenheit und Kennerschaft, vor dumpfem Staunen und bewundernder Liebe. Die großen Italiener zwangen herr scherhaft zum Stillestehn ebenso wie Rubens und van Dyck, wie Rem-brandt oder Velasquez. Albrecht Dürer sammelte Andächtige zur Vertiefung um seine Gemälde, die Bildnisse Hans Holbeins wurden aufmerksam geehrt, die Feinheiten der alten Holländer dankbar genossen. In einem Raum aber staute sich der Strom der Betrachtenden, entstand Gedränge und Gespanntheit, weil hier nicht nur einige, sondern alle fest gehalten schienen. Es waren die 14 Gemälde des Vlamen Pieter Bruegel, die eine Teilnahme erregten, wie sie so lebhaft und allgemein an keiner zweiten Stelle des Museums zu beobachten war. Worauf beruhte die starke Anziehungskraft gerade dieser Bilder, von denen die meisten doch kleinfigurig und deshalb mühsam zu betrachten, nicht wenige auch alter tümlich und seltsam waren? Gewiß, sie hingen als lange Reihe an den Wänden wie die aufgeschlagenen Seiten eines buntgemalten Buchs, wo ungeheuer viel und sehr nachdrücklich erzählt wurde. Diese Erzählungen waren den besten geschriebenen des Jahrhunderts, des saftvollen 16., an eindrucksvollen Einzelheiten, an Lebensfülle und Lebenskraft zum mindesten ebenbürtig, aber Cellini oder Rabelais oder die Zimmernsche Chronik werden doch nur von wenigen Heutigen gelesen, während die Gemälde des Bauernbruegel eben auf alle zu wirken und den Menschen unserer Zeit mehr zu bedeuten schienen als sonst irgendwelche der anderen alten Meister. Bruegels erster Biograph, sein jüngerer Zeitgenosse Carel van Mander, dem wir fast alles von dem wenigen verdanken, was wir von dem gegen 1530 geborenen, J551 Meister gewordenen, J555 in Rom nachweisbaren, wahrscheinlich 1565 von Antwerpen nach Brüssel übergesiedelten und 1569 daselbst verstorbenen Künstler wissen5 dieser Holländer berichtet von den Werken „Pieter des Drolligen", daß nur wenige von ihnen ohne Lachen angesehen werden könnten — den Menschen des 20. Jahrhunderts schien es aber nicht eigentlich darum zu tun, sie erkannten wohl den Humoristen im Maler des 16., nahmen