Bővebb ismertető
EINLEITUNGWährend des Dritten Reiches gehörten die in diesem Buch Genannten zum Verwaltungsapparat und anderen Berufsgruppen, die im modernen Staatswesen eine große Rolle spielen. Ihnen fiel die Aufgabe zu, die von der politischen Leitung erlassenen Anordnungen in die Praxis des täglichen Lebens umzusetzen. So zählte es auch zu ihren Obliegenheiten, übergeordnete Dienststellen hinsichtlich der Ausführung von Befehlen, Gesetzen und Verordnungen auf dem laufenden zu halten und sie überhaupt stets genau zu unterrichten. Ohne die emsige Betriebsamkeit solcher ausführenden Organe könnte kein Staatsgebilde am allerwenigsten das Dritte Reich auch nur einen einzigen Tag bestehen.Neben ihren sachlichen Kenntnissen hatten die in diesem Buche vorgestellten Diener des Dritten Reiches in Ausübung ihrer Pflichten auch über jenes Problem unterrichtet zu sein, das als Endlösung der Judenfrage" in die Geschichte eingegangen ist. Die vorliegende Dokumentensammlung läßt somit einwandfrei ihr Verhalten gegenüber dieser größten aller Untaten des Nationalsozialismus erkennen.Selbstverständlich handelt es sich dabei nicht um die ganz private Einstellung zu den Dingen; denn wir haben keinen Grund zur Annahme, diese Dienstbereiten seien ausnahmslos ausgemachte Antisemiten" gewesen. Vielmehr müssen wir zugeben, daß viele unter ihnen ob Antisemiten oder nicht mit Hitlers Judenpolitik keineswegs einverstanden waren. Uns kommt es hier nur darauf an, welche Haltung sie als verantwortliche Beamte innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs einnahmen.In dieser Eigenschaft haben sie jedenfalls kläglich versagt, wie immer sie auch im tiefsten Herzen empfunden haben mögen. Sie dienten nur allzu gut! Dank ihrer Beflissenheit rollten die einzelnen Akte der ungeheuerlichsten Tragödie unseres Jahrhunderts, von der Rassengesetzgebung bis zum industrialisierten Mord, reibungslos und ohne jegliche Panne ab.Wo man sie am wenigsten vermutete, war die Mitarbeit besonders eifrig: die wohlerzogenen, in allen Sätteln gerechten und weltgewandten Herren nämlich, die das Dritte Reich im Ausland repräsentierten, wetteiferten in lobenswertester Tüchtigkeit.VII