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Mittwochabend 1 Gretel Pusch záhlte das Geld und quittierte den Empfang. Hoffentlich war das der letzte, dachte sie. Üblicherweise gehörte es nicht zu den Aufgaben ihrer Poststelle, die Tageseinnahmen der umliegenden Verkaufsstellen entgegenzunehmen, aber in der Sparkasse wurde gebaut. Gretel mochte nicht schátzen, wieviel Geld sie zu hüten hatte - auf jeden Fali zu viel, wenn man bedachte, daB es hier keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen gab und sie den Dienst alleine versah. Zum Glück würde bald der Geldfahrer kommen, der Feierabend war nahe. Es war voll in dem kleinen Raum. Der vielen Einzahlungen wegen hatte sich ein Kundenstau ergeben. Niemand murrte, obwohl die meisten sicher von der Arbeit kamen und schnell nach Hause wollten. Mit müden, gelangweilten Gesichtern harrten sie darauf, ein paar Zentimeter vorrücken zu können. Waren sie endlich an der Reihe, áufierten sie still ihre Wünsche. Die meisten Kundén waren der jungen Postangestellten bekannt. Das war nicht ungewöhnlich in einer Gegend wie dieser. Fast könnte man meinen, es wáre eine Kleinstadt oder ein grofies Dorf. Das war es früher tatsáchlich, gehörte noch keine hundert Jahre zu Berlin, und den provinziellen Charakter hatte dieser Ortsteil nie verloren. Es gab keine Wohngiganten, die Mietsháuser waren selten höher als zwei Stockwerke, kleine Bauten dominierten. Gretel Puschs PostauBenstelle lag in einer Villa, die sich die Post mit einer Archivverwaltung teilte (das Archiv lag am anderen Ende der Stadt).