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1Eins der Selbstbildnisse: ein alter, gedrungener Mann mit Schlapphut und weitem Radmantel; er ist, die Skizzenmappe unter dem Arm, auf Motivsudie. Oder ein anderes, sehr berühmtes: auf hohem Hocker vor der Staffelei ein breiter, bärtiger Künstler, humorvolle Augen, ein kleines Mädchen links neben sich, das keck zu ihm aufblickt. Das, vielleicht, fällt uns ein, denken wir an den Menschen Heinrich Zille. Und: Er erscheint uns als Berliner schlechthin.Aber Zille stammt gar nicht aus dem Berliner Osten, dessen unsterblicher Chronist er wurde: den engen Gassen, lichtlosen Hinterhöfen und dem Schlimmsten; den feuchten Wohnkellem. Am lo. Januar 1858 ist er in Radeburg bei Dresden geboren, einer kleinen freundlichen Stadt: der Brunnen am Markt, sanft abfallende Straßen, ein kleiner Fluß durch Wiesen. In einer Schmiede dort ist der Vater Lehrling, dann Geselle gewesen. Der Vater, Johann Traugott Zille: einfallsreich zeitlebens, unternehmungslustig, aber in den kaufmännischen Belangen weder geschickt noch erfolgreich - offenbar einer von jenen Menschen, die mit den Gedanken ständig bei Außerordentlichem sind und für das Ordentliche keine Zeit haben. Fünfzig Jahre später vermerkt der Sohn lakonisch - das Leid übergehend, das Johann Traugott Zille auf die Familie häufte -, der Vater sei der älteste Insasse eines Schuldgefängnisses gewesen, den die Gläubiger jahrelang festhielten; Szenen, wie sie Dickens im David Copperfield" geschildert hat, habe er damals selbst erlebt.Vor den nachstellenden Gläubigem floh die Familie 1867 nach Berlin. Die erste Wohnung dort: ein Keller in der Kleinen Andreasstraße 17, Nähe Schle-sischer Bahnhof, als Tisch zunächst ein mit Bandeisen beschlagener Koffer, neben ihm ein Schemel, ein eiserner Ofen, einige Tassen ohne Henkel. Man schlief auf einer Strohbundunterlage auf dem Fußboden. Bei der polizeilichen Anmeldung gab der Vater den Namen mit Zill an, um die Nachforschungen der Gläubiger zu erschweren. Das Essen holte man - außer während der Zeit, da der Vater eine feste Anstellung hatte - aus der Volksküche. Die Welt mit den Menschen, die er später fast ausschließlich gezeichnet hat: als knapp Zehnjähriger hat Heinrich Zille sie betreten.Der Vater wurde von den Gläubigern ausfindig gemacht, wieder in Wechselhaft genommen. Nach der Entlassung setzte er sich nach Kopenhagen ab, Frau