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VORWORT
Liebe Leserinnen und Leser,
lässt man gedanklich für diesen Jahresrückblick die zurückliegenden zwölf Monate Revue passieren, dann befällt einen ein massives Unbehagen. Irgendetwas stimmt da nicht, es gibt auf dieser aus den Fugen geratenen Welt einfach viel zu viele Brandherde mit viel zu vielen Opfern. Sei es in der Ukraine der von pro-russischen Separatisten mit militärischer Unterstützung aus Moskau entfachte Krieg im Osten des Landes, sei es in Somalia, Libyen, Mali oder dem Südsudan, Ländern, in denen keine wenigstens nur halbwegs funktionierenden Formen von (Rechts-)Staatlich-keit mehr existieren, sondern Chaos regiert.
Auch der 50-tägige Gaza-Krieg, mit dem das militärisch hochgerüstete Israel die Palästinenser in dem kleinen Autonomiegebiet überzog, um den Raketenbeschuss der islamistischen Hamas einzudämmen, mündete erst am 26. August In einer Waffenruhe.
Das Jahr 2014 Ist ein humanitäres Katastrophenjahr. Im Irak und dem diktatorisch regierten Syrien tobt wie auch schon in den Vorjahren ein unentschiedener ethnisch-religiöser Bürgerkrieg zwischen Schiiten und Sunniten. In das dadurch entstandene Machtvakuum stößt die dschi-hadistisch-salafistische, 2013 aus der al-Qai-da hervorgegangene Terrororganisation Islamischer Staat (IS) vor, deren Milizen in Syrien zugleich gegen Präsident Baschar al-Assad, die Freie Syrische Armee der Rebellen sowie die kurdische Minderheit im Norden des Landes mit gnadenloser Grausamkeit vorgehen und am 29. Juni auf erobertem irakisch-syrischem Staatsgebiet ein islamistisches Kalifat ausrufen. Zwischen drei und fünf Millionen Syrer flüchten allein nur in die benachbarten Anrainerstaaten Libanon, Jordanien und die Türkei.
Zu einer menschlichen Tragödie ungeahnten Ausmaßes gerät aber auch das im Frühjahr zunächst in Guinea, Sierra Leone und Liberia nur
vereinzelt ausgebrochene Ebolafieber, da das verursachende Virus dieser bei über 50 Prozent der Fälle tödlichen Krankheit extrem ansteckend ist, sich entsprechend ausbreitet und zu einer bisher so nie dagewesenen Epidemie führt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht Ende Oktober von über 10 000 Infizierten und mehr als 5000 Toten - zu denen eine statistisch unbekannte Dunkelziffer noch hinzukommt.
Wirtschaftspolitisoh hat Deutschland zwar im direkten Vergleich mit anderen EU-Staaten die zurückliegenden zwölf Monate überaus erfreulich gemeistert, doch die sogenannte Euro-Krise schwelt weiter, man denke dabei bloß an Frankreich und Italien.
Für alle Sportbegeisterten wartet 2014 mit zwei absoluten Top-Events auf: den Olympischen Winterspielen in Sotschi, zu denen wir für Sie eine Text-Bild-Bilanz aus deutscher Teilnehmer-Sicht zu allen Sportarten zusammengestellt haben. Und mit einem großen Special begleiten wir dann bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien sämtliche Spiele der deutschen Nationalmannschaft auf dem Weg ins Endspiel und zum Titel-Triumph.
Es liegt in der Natur der Sache, dass diese wenigen Streiflicht-Anmerkungen nur einen kleinen Ausschnitt der Themenvielfalt widerspiegeln, die dieser Band Ihnen Monat für Monat bietet. Nicht umsonst lautet dessen Titel »Das Jahr im Bild 2014«. Herausgeber und Bildredaktion haben deswegen für Sie eigens noch einmal die besten Fotos der internationalen Bildjournalisten von den Schauplätzen der Ereignisse rund um den Globus zusammengestellt.
Und so wünscht Ihnen viel Spaß beim Blättern, Schauen, Entdecken und Lesen
Jürgen W. Mueller