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EINLEITUNGDie vorliegende Textauswahl aus dem überaus umfangreichen Gesamtwerk des Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, gibt wesentliche Einblicke in das Denken einer Persönlichkeit, die zu den geistigen Repräsentanten ihrer Epoche gehört. Es ist die Zeit Martin Luthers und Thomas Müntzers, Erasmus' von Rotterdam und Sebastian Francks, Lukas Cranachs und Albrecht Dürers, die Zeit der frühbürgerlichen Revolution in Deutschland, der Reformation und des Bauernkrieges. In dieser Zeit wirkte Paracelsus als Arzt und Naturforscher, als Gesellschaftskritiker und Philosoph. In seinen Lehren durchdringen sich beobachtende und experimentelle Naturerkenntnis, ärztliche Erfahrung und Lebensweisheit des Volkes, eine gegen Feudalismus und Frühkapitalismus gerichtete Bibelauslegung, spekulative Naturphilosophie voll dialektischer Momente und Vorahnungen künftiger Erkenntnisse. Dabei orientierte Paracelsus wegweisend auf Vernunft, Beobachtung, Erfahrung und Experiment und verfocht die Einheit von Theorie und Praxis. Er wollte die Medizin auf Naturwissenschaft und Philosophie neu begründen, sie aus der dogmatischen Erstarrung befreien, in die sie unter scholastisch-theologischer Vormundschaft geraten war, wollte die gesellschaftliche Aufgabe der Medizin, Krankheiten zu heilen und ihnen vorzubeugen, bewußt machen. Paracelsus beschränkte sich nicht auf die Kritik von Auffassungen, er ging zur Kritik gesellschaftlicher Zustände über und entwarf Programme ihrer Neugestaltung. In philosophischer Sicht auf das Ganze von Natur und Gesellschaft konzipierte er ein Weltbild, das zu den großen Leistungen der Philosophiegeschichte gehört. In ihm trat der Hohenheimer für den Fortschritt von Wissenschaft und Gesellschaft ein. Damit gehört sein Werk zu den geistigen Fundamenten, auf denen die Gegenwart errichtet wurde. Wer mit Bewußtsein vorwärtsschreiten will, muß wissen, woher er kommt, um seinen Standort in der Gegenwart und die weitere Richtung bestimmen zu können. Das ist Sinn und Zweck der Pflege progressiver Traditionen als Ausdruck wissenschaftlichen Geschichts-