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Das Mondpferd
In der Nacht war Schnee gefallen. Das drahtige Steppengras war weithin, bis an den Fuß der Berge, weiß über-pudert. Der Boden, glashart gefroren, klirrte unter den Pferdehufen. Eine fahle Wintersonne überglänzte die weite Ebene und die Felsklippen, ehe sie sich frühzeitig wieder in rötlichem Dunst zum Horizont hinabsenkte.
Die Schafe und Pferde mußten für die Nacht zusammengetrieben und auf dem von Palisaden umzäumten Platz gesammelt werden. Gleich nach dem ersten Schneefall pflegten Wölfe und Bären ihre Schlupfwinkel im Gebirge zu verlassen und in die Weide gründe einzufallen.
Schon brach die Nacht herein, da entdeckte Huong, der Schäferhund, Spuren von Schafen, die sich von der Herde entfernt hatten. Mit langen, geschmeidigen Sätzen sprang er einen Berghang hinan. Anga zögerte. Sollte sie ihm folgen? Huong würde allein fertig werden, er war gut abgerichtet und hatte Mut. Werm sich aber unter den versprengten Schafen auch Lämmer befanden? Jedes Tier war wertvoll, kein einziges durfte verlorengehen. Schnell entschlossen setzte Anga ihr Pferd in Galopp.
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