Bővebb ismertető
Einleitung In Paris, gegenüber dem Louvre, öffnet ein neues Museum seine Tore, das Musée d'Orsay. Wieso, mag man sich fragen, braucht Paris noch ein Museum, hat es doch schon so viele? Was wird dort ausgestellt? Welcher Ausstellungsplan wurde gewáhlt? Wir werden versuchen, kurz auf diese Fragen einzugehen und zugleich das Programm des Museums beschreiben, wáhrend wir den Besucher auf seinem Gang durch das Museum begleiten. Jeder, der wáhrend der vergangenen Jahre das Jeu de Paume Museum besuchte, wird festgestellt habén, wie beengt seine Ráumlichkeiten sind. Bei seiner Eröffnung 1947 schien die Helligkeit des Tuilerien Parks ideál für die impressionistischen Gemálde des Louvre, doch dreifiig Jahre spáter sind die Mángel nicht mehr zu übersehen. Durch Schenkungen und Ankáufe erweiterten sich die Sammlungen betráchtlich, und es wurde unmöglich, sie adáquat auszustellen. Zudem konnte das Museum die stándig wachsende Besucherzahl, vom Impressionismus fasziniert, nicht mehr gefahrenlos fassen. Ein Ausbau des Museums drángte sich umsomehr auf, da sich durch die Übersiedlung des Nationalmuseums für Moderne Kunst von seinem altén Standort (dem Palais de Tokyo) zu seinem neuen (dem Centre Georges-Pompidou) im Jahre 1977, die Gelegenheit bot, die Sammlungen nochmals wesentlich zu vergröBern. Die postimpressionistischen Gemálde (Schule von Pont-Aven, Neo-Impressionismus) und eine groBe Anzahl französischer und auslándischer Werke des ausgehenden 19. Jahrhunderts, meistenteils dem Naturalismus und Symbolismus entsprungen, die dem Nationalmuseum für Moderne Kunst gehörten (selbst ein Nachfolger des altén Musée du Luxembourg), gingen in der Tat an den Louvre. Man folgte hier dem Brauch, Gemálde, Skulpturen und Zeichnungen, die die Geschichte zu einem gegebenen Moment nicht mehr zur »modernen Kunst« záhlt, in regelmáBigen Abstánden von einem Museum in ein anderes zu transferieren. Obwohl sie vorübergehend (von 1978 an) im Palais de Tokyo mit Werken des Post-Impressionismus ausgestellt wurden, bestand nie ein Zweifel daran, daB diese Werke eines Tages mit denen des Impressionismus zusammengelegt wür_den: Signac und Cross sollten mit Seurat, Emilé Bemard und Sérusier mit ihrem Freund Gauguin ausgestellt werden. Hátte ein Ausbau des Jeu de Paume gereicht, um eine solche Erweiterung der Sammlungen an Ort und Stelle aufzunehmen? Diese Frage kann ohne weiteres verneint werden, denn ein weiterer Aspekt kommt hinzu, das Phánomen einer jener Wiedergeburten, so háufig in der Geschichte der Kunst und des Geschmacks: die Wiederentdeckung eines weit weniger geradelinigen und differenzierteren neuen 19. Jahrhunderts, als es noch vor kurzem von den überaus manicháischen Kritikern gemalt worden war. Wieviele Wiedergeburten hat es seit der denkwürdigen Ausstellung »Quellen des 19. Jahrhunderts« (Paris 1960) gegeben, die den Jugendstil endgültig wieder in jene groBen Bewegungen einreihte, die, eine nach der anderen, die abendlándische Kunst bewegt und bereichert habén: der Symbolismus, die Industriearchitektur, die Architektur der Beaux-Arts, die Eklektizismen des Second Empire, die Fotografie, die so lange unverstandene oder verspottete Plastik, diese oder jene europáische oder amerikanische Schule der Maierei, die auBerhalb ihrer Landesgrenzen vorübergehend