Bővebb ismertető
Ein Freund, der die wahre Freundespflicht auf sich genommen hatte, das Manuskript dieses Buches kritisch durchzulesen, schrieb mir, als er bereits bis über die Mitte vorgedrungen war: »Dieses ist nun schon das zweite Kapitel, das ich mit brennendem Interesse und steigendem Unsicherheitsgefühl lese. Warum ? Weil ich nicht genau den Zusammenhang mit dem Ganzen sehe. Du mußt mir das leichter machen.« Diese Kritik hat sicher volle Berechdgung, und dieses Vorwort ist dazu da, dem Leser von i^ornherein klarzumachen, wo das Ganze hinaus will und in »velchem Zusammenhang die einzelnen Kapitel zu diesem Ziele itehen.
Das Buch handelt von der A^ression, das heißt von dem auf ien Artgenossen gerichteten Kampftrieb von Tier und Mensch. Der Entschluß, es zu schreiben, kam durch ein zufälliges Zu-ammentrefFen zweier Umstände zustande. Ich war in den Ver-dnigten Staaten, erstens, um vor Psychiatern, Psychoanalytikern ind Psychologen Vorlesungen über vergleichende Verhaltensehre und Verhaltensphysiologie zu halten, zweitens, um auf den CorallenrifFen Floridas in Freibeobachtung eine Hypothese nach-uprüfen, die ich auf Grund von Aquarienbeobachtungen über las Kampfverhalten und die arterhaltende Funktion der Färbung ;ewisser Fische gebildet hatte. An den Kliniken kam ich nun um ersten Mal ins Gespräch mit Psychoanalytikern, von denen lie Lehren Freuds nicht als unumstößliche Dogmen behandelt i^urden, sondern, wie sich das in jeder Wissenschaft gehört, als ^rbeitshypothesen. In dieser Weise betrachtet, wurde mir an ligmund Freuds Theorien so manches verständhch, was bis lahin durch allzu große Kühnheit meinen Widerspruch erregt latte. Diskussionen seiner Trieblehre ergaben unerwartete Über-instimmungen zwischen den Ergebnissen der Psychoanalyse ind der Verhaltensphysiologie, was gerade wegen der Ver-chiedenheit der Fragestellung, der Methoden und vor allem der nduktionsbasis beider Disziplinen bedeutsam scheint.
Unüberbrückbare Meinungsverschiedenheiten erwartete ich n Hinsicht auf den Begriff des Todestriebes, der nach einer Theorie Freuds allen lebenserhaltenden Instinkten als zerstören-les Prinzip polar gegenübersteht. Diese der Biologie fremde ¦iypothese ist in den Augen des Verhaltensforschers nicht nur
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