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Ein Wunder kam ans LichtPharaonen - Pyramiden - Mumien - Papyrus - Tutanchamun - Cleopatra.Namen und Begriffe, bei denen man sogleich an die großartige Kultur des alten Ägyptens denken muß. Forschung und Ausgrabungen von fast zwei Jahrhunderten haben unsere Kenntnis von dieser Kultur buchstäblich aus dem Sand der Vergangenheit ans Tageslicht gebracht. Wir verdanken dies den vielen Ausgräbern und Gelehrten, die sich dieser schweren Sisyphusarbeit gewidmet haben, sowie den Veröffentlichungen von Entdeckungen und den glanzvollen ägyptischen Sammlungen in den Museen, die uns in die Lage versetzen, uns ein Bild dieser untergegangenen Welt zu machen. Das Interesse am ägyptischen Altertum bestand bereits zur Zeit der Pharaonen. Eine Zeit, die gut 30 Jahrhunderte umfaßte, bedeutete selbst für die Ägypter ein Stück Geschichte, obgleich man damals noch keine Geschichtsschreibung in unserem Sinn kannte. Pyramiden, Tempel, Obelisken, Gräber und andere Monumente sind stets sichtbare Zeugen einer großartigen Vergangenheit. So wie man heute Antiquitäten sammelt, interessierten sich auch einige Kunstliebhaber im Altertum für Zeugnisse aus der eigenen Geschichte; in einigen Fällen nahmen sie die offenbar bewunderten Gegenstände mit in ihr Grab. Andere besichtigten alte Gebäude und brachten wie moderne Touristen dort ihre Namen an. In der griechisch-römischen Zeit bestand sehr großes Interesse für die altägyptische Kultur, der man viele Wunder zuschrieb. Die Erziehung eines Römers wurde in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung ohne eine Reise nach Ägypten nicht als vollständig angesehen.In Westeuropa erwachte während der Renaissance das Interesse für die fremdartigen Götzenbilder mit den geheimnisvollen Zeichen aus Ägypten. Die Nachfrage nach derartigen Gegenständen wurde ständig größer, es wurden gelehrte Abhandlungen darüber geschrieben, und die Sensationslust spielte ebenfalls eine Rolle. Rubens besaß z. B. eine Kindermumie, die er Freunden und Bekannten zeigte. Vor allem erweckten aber die magischen, geheimnisvollen Aspekte die Aufmerksamkeit der Menschen. In den Apotheken dieser Zeit konnte man ein teures und als wirksam angesehenes Mittel kaufen, das man Mummia nannte: einen Puder, den man durch Mahlen der Mumien erhielt. Wir lachen darüber? Jetzt verkauft man in London und in New York Mummia an Gutgläubige, die es als magisches Heilmittel ansehen und für einige wenige Gramm DM 30,- bezahlen.Die moderne Ägyptologie entstand zu Beginn des vorigen Jahrhunderts nach Napoleons ägyptischem Feldzug, als das bereits bestehende Interesse für dieses Land und seine Kultur einen neuen Impuls erhielt. Ägypten wurde zu einer Manie, und die alte Kunst dieser Kultur bildete die Anregung für den zu dieser Zeit in Frankreich aufkommenden Empire-Stil. Dies geht deutlich aus den zieriichen Empire-Möbeln hervor, mit Bronze-Sphinxen und anderen exotischen Ornamenten. In diesem Zusammenhang gebührt Napoleon die Ehre, daß in seiner Armee ein Heer von Gelehrten und Künstlern war, die alles festhielten und beschrieben, was sie gesehen, erlebt und gefunden hatten. Später stellten diese die berühmt gewordene Description de l'Egypte zusammen, so daß man in Europa auch in den Besitz sehr vieler Hieroglyphentexte kam, die man aber noch nicht lesen konnte. Die ersten Versuche einer Entzifferung hatten wenig Erfolg. Aber der Zufall kam zu Hilfe. Bei der Stadt Rosette an der Nilmündung hatte man 1799 eine Steinplatte mit drei Inschriften gefunden: oben Hieroglyphen, in der Mitte das sogenannte Demotische und unten Griechisch. Die Übersetzung der untersten Inschrift war kein Problem, und so kannte man bald den Inhalt dieses Textes - ein Dekret ägyptischer Priester vom 27. März 196 V. Chr. zu Ehren des Königs Ptolemäus Epiphanes V. Indem man von dem Gedanken ausging, daß der Inhalt des griechischen Textes derselbe sein müßte wie der mit Hieroglyphen und demotischen Zeichen,<3 Säule mit Halhor-Kapitell im Hatschepsut-Tempel bei Deir-el-Bahari, ca. 1475 v. Chr.