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EINFÜHRUNG DAS CHRISTUSGEHEIMNIS
1. Das „Christusgeheimnis" (Kol 4,3) ist das Geheimnis des Christentums. Dies den Kolossern ins Bewußtsein zu bringen, ist die Absidbt, die der Apostel Paulus mit seinem Brief an die Gemeinde in Kolossä verfolgt. Dazu war dringender Anlaß: in der dortigen Christengemeinde tauchten Anschauungen auf, die das Christusgeheimnis zu verdunkeln drohten. Irrlehrer forderten die Verehrung der „Weltelemente" (2,8. 20), verbunden mit einem seltsamen „Engelkult" (2,18) und der Beobachtung von allerlei Zeiten und Speisevorschriften (2,16 f.). Es war eine krause Mischung christlicher mit jüdischen und heidnischen Elementen, die den Glauben zum Aberglauben machten. Dies war möglich geworden, weil die Kolosser noch nicht genügend Einsicht in das Christusgeheimnis besaßen. Darum bemüht sich der Apostel, es ihnen zu erschließen, soweit das in einem Brief möglich ist.
2. Der Inhalt des Evangeliums, das zu den Kolossern durch ihren Landsmann Epaphras gekommen ist (1,5-7), war kurz der: Jesus Christus ist der Herr der ganzen Schöpfung und der einzige Heilbringer der Welt. Durch die Irrlehrer aber wurde diese einzigartige Stellung Christi in der Welt der Schöpfung und Erlösung in Frage gestellt.
a) ]esus Christus ist der Herr der ganzen Schöpfung. In ihm, durch ihn und auf ihn hin ist alles erschaffen, und alles hat in ihm seinen Bestand (1,16 f.). Er ist deshalb auch das Haupt aller Mächte und Gewalten (2,10). Deshalb ist es nicht nötig, neben ihm auch noch die „Weltelemente" in einem besonderen Kult zu verehren und hinter den Dingen der Schöpfung geheimnisvolle, göttliche Kräfte zu vermuten, über die der erhöhte Christus allein verfügt, weil in ihm die ganze Fülle